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Dieselskandal von Volkswagen : VW-Aufsichtsratschef: Es wird viel mehr Konsequenzen geben

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Hans-Dieter Pötsch war Finanzvorstand von Volkswagen bevor er an die Spitze des Aufsichtsrates wechselte. Bild: AFP

Der Dieselskandal hat im Volkswagen-Konzern schon zu wichtigen Personaländerungen geführt. Es werden viele weitere folgen, sagt der oberste Aufseher nun. Ein bestimmter Termin ist dafür wichtig.

          Der Kreis der Verantwortlichen für den Dieselskandal im Volkswagen-Konzern ist offenbar größer als bislang bekannt. „Es gibt eine Reihe von Freistellungen“, sagte der Volkswagen-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch während der Vorabendveranstaltung des Konzerns zur Automesse in Genf. „Der Personenkreis, dem wir was vorzuwerfen haben, beschränkt sich nicht darauf.“

          Die amerikanischen Behörden hätten den Konzern gebeten, nicht gegen alle mutmaßlich Verantwortlichen arbeitsrechtlich vorzugehen, um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden. Doch mit dem Gerichtstermin in Detroit am 10. März ende die Phase der Ermittlungen.

          „Es ist damit zu rechnen, dass es noch eine ganze Reihe von (personellen) Konsequenzen gibt“, ergänzte Pötsch. Bisher wurden mehr als zwei Dutzend Mitarbeiter des Konzerns zwangsbeurlaubt.

          Der Konzern habe selbst erst Zugang zum Material der mit der Aufklärung beauftragten amerikanischen Kanzlei Jones Day nach dem Gerichtstermin am 10. März. Etwa bis Ende des Jahres werde Volkswagen dann selbst nochmal den Hergang der Dieselaffäre aufarbeiten, erklärte Pötsch.

          Mit den Rückstellungen für das Jahr 2016 seien alle bisher bekannten Risiken abgedeckt worden, sagte Pötsch weiter. „Wir haben keine Kenntnis über weitere Notwendigkeiten.“ Inzwischen hat VW rund 22,6 Milliarden Euro an Rückstellungen für Geldstrafen und Entschädigungen in den Vereinigten Staaten sowie für die Rückrufaktionen auf der ganzen Welt zurückgelegt.

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