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VW-Abgasaffäre : Erstes Geständnis eines Volkswagen-Ingenieurs

Ein Dieselmotor in einem VW wird untersucht - Archivbild Bild: dpa

Die VW-Affäre hat in Amerika eine neue juristische Dimension erreicht. Erstmals ist ein einzelner Mitarbeiter angeklagt worden. Der Ingenieur hat gestanden, ihm drohen bis zu fünf Jahren Haft.

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          Die Affäre um Manipulation von Dieselmotoren im Volkswagen-Konzern hat in Amerika eine neue juristische Dimension erreicht: Erstmals ist ein einzelner Mitarbeiter des Autoherstellers strafrechtlich angeklagt worden. Der Ingenieur James Liang, der seit 1983 für Volkswagen arbeitet, hat sich an diesem Freitag in Detroit des Betrugs für schuldig bekannt. Er wurde schon im Juni angeklagt, allerdings wurde die Klage erst jetzt im Zusammenhang mit seinem Geständnis öffentlich.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Liang drohen bis zu fünf Jahre Haft, allerdings hat er dem Ministerium seine Kooperation bei den weiteren Ermittlungen zugesagt, weshalb seine Strafe am Ende deutlich geringer ausfallen könnte. Die Kooperationsbereitschaft des Ingenieurs könnte dazu führen, dass im weiteren Verlauf des Verfahrens auch andere Mitarbeiter belangt werden, womöglich auch aus höheren Führungsebenen. In diversen Zivilklagen ist auch Spitzenmanagern bis hin zum Vorstand vorgeworfen worden, eine Rolle bei den Manipulationen gespielt zu haben.

          Der Ingenieur Liang, ein Deutscher, der seit 2008 in den Vereinigten Staaten lebt, bekannte sich schuldig, an einer Verschwörung zum Betrug der Vereinigten Staaten teilgenommen und ein Umweltgesetz verletzt zu haben. Er habe zugegeben, zusammen mit anderen Mitarbeitern von 2006 an Dieselmotoren für die Vereinigten Staaten entwickelt und dabei an der Software gearbeitet zu haben, die geholfen habe, Abgastests zu manipulieren. Er habe außerdem gestanden, die Existenz dieser Software vor amerikanischen Regulierungsbehörden verheimlicht zu haben. „Das macht mich schuldig“, sagte er vor dem Richter in Detroit.

          Nach dem Manipulationsskandal befindet sich VW in der tiefsten Krise des Unternehmens. Öffnen

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