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Abgasskandal : Milliarden-Vergleich mit VW-Händlern abgesegnet

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Abgasuntersuchungen lieferten bei VW-Dieselmodellen manipulierte Werte. Bild: dpa

Fast zwei Milliarden Dollar zahlt Volkswagen amerikanischen Vertragshändlern als Entschädigung. Das hat ein Richter nun für angemessen befunden. Auf den Konzern kommen aber noch weitere Zahlungen zu.

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          Volkswagen kann ein weiteres Kapitel des Dieselskandals in den Vereinigten Staaten abschließen. Das Bezirksgericht in San Francisco segnete am Montag eine mit den Markenhändlern vereinbarte Entschädigung über bis zu 1,2 Milliarden Dollar ab. Volkswagen hatte sich bereits im Herbst mit den Anwälten auf Grundzüge des Kompromisses verständigt, dem das Gericht auch bereits im Grundsatz zugestimmt hat. Demnach sollen die 652 Händler im Schnitt je 1,85 Millionen Dollar erhalten.

          Der Kompromiss sei fair, vernünftig und angemessen, befand der zuständige Richter. Hinzu kommen jedoch noch weitere Leistungen, mit denen VW die Autohäuser für Wertminderungen durch den Abgas-Skandal entschädigen soll. Insgesamt ergibt sich damit laut dem Gerichtsdokument eine Vergleichssumme von über 1,6 Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro).

          VW hatte im September 2015 die Manipulation von weltweit elf Millionen Autos zugegeben, darunter knapp eine halbe Million Wagen mit Zwei-Liter-Dieselmotoren in den Vereinigten Staaten. Dort war der Skandal durch die Umweltbehörden aufgedeckt worden. Es ging um geschönte Messwerte zum Ausstoß des Schadstoffs Stickoxid

          Teurer Vergleich

          Die Einigung mit den Händlern ist Teil des zivilrechtlichen Vergleichs in Amerika, der den Wolfsburger Konzern insgesamt bis zu 16,5 Milliarden Dollar kostet. Über eine weitere Milliardensumme für rund 80.000 große Dieselfahrzeugen mit umweltbelastenden Drei-Liter-Motoren von Audi ist noch nicht endgültig entschieden. In Kanada fallen umgerechnet weitere rund 1,6 Milliarden Dollar Schadenersatz an.

          Hinzu kommen 4,3 Milliarden Dollar an Strafzahlungen wegen Umweltvergehen, auf die sich Volkswagen mit dem amerikanischen Justizministerium geeinigt hat. Dies ist die höchste Strafe, die die dortigen Behörden einem Autokonzern je aufgebrummt haben. Als Teil der Vereinbarung wird Volkswagen zudem die nächsten drei Jahre unter die Aufsicht eines unabhängigen Kontrolleurs gestellt, der wichtige Entscheidungen absegnen und Reformen überwachen soll.

          Die Aufarbeitung der Abgasmanipulation dürfte den Autobauer noch länger beschäftigen. Das Justizministerium in Washington hat sechs hochrangige Führungskräfte wegen Betrugs angeklagt, darunter den bereits inhaftierten früheren VW-Umweltmanager. Auch in Deutschland laufen Ermittlungen. Zudem klagen Hunderte Investoren auf Schadensersatz, weil sie nach eigener Ansicht zu spät über die Manipulation informiert wurden.

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