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Kommentar : Dobrindt bläst die Backen auf

  • -Aktualisiert am

Ein Porsche-Cayenne 3,0-Liter-Diesel - für diesen Typ hat Verkehrsminister Dobrindt gerade einen Zulassungsstopp ausgerufen. Bild: Reuters

Der Diesel-Gipfel naht, die Politiker fordern vieles. Es gilt: Nur wenn die Autohersteller endlich positiv überraschen, werden sie Scharfmachern den Boden entziehen, die alle Verbrenner verbieten wollen.

          Vor dem Diesel-Gipfel bläst der Verkehrsminister die Backen auf. Es sei die „verdammte Verantwortung“ der Autoindustrie, das Vertrauen wiederherzustellen und die Fehler zu beheben, droht Alexander Dobrindt (CSU).

          Freigebiger zeigt sich sein Parteichef Horst Seehofer. Der bayerische Ministerpräsident stellt Diesel-Herstellern, zu denen auch BMW in München gehört, Steuererleichterungen in Aussicht, um den Umstieg auf sauberste Fahrzeuge zu fördern.

          Scharfmachern den Boden entziehen

          Doch nicht nur die CSU fährt im Umgang mit der wichtigen Autoindustrie lieber zweigleisig, auch die SPD spielt mit verteilten Rollen. Während der niedersächsische Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil staatlichen Umstiegsprämien das Wort redet, lässt die SPD-Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ausrichten, sie wolle keine Technologie fördern, die in absehbarer Zeit nicht mehr auf die Straße gehöre.

          Die reichen Konzerne geizen mit Zusagen. Doch nach Berlin sollten sie am kommenden Mittwoch im eigenen Interesse mit einem großzügigen Angebot für getäuschte Kunden kommen – und dort nicht um Staatshilfen feilschen.

          Denn: Nur wenn die Branche Öffentlichkeit und Politik endlich positiv überrascht, wird sie Scharfmachern, die alle Verbrenner verbieten wollen, den Boden entziehen.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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