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Neuer Rekord : VW verkauft so viele Autos wie noch nie

Elektroautos vom Typ VW ID3 fahren bei einer Präsentation im VW-Werk auf die Bühne. Bild: dpa

VW trotzt dem Abwärtstrend der Autobranche. Der Anteil an Elektrofahrzeugen bleibt allerdings marginal.

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          Wie lang der Weg in die Elektromobilität noch ist, verraten diese Zahlen von Volkswagen: Fast 6,3 Millionen Autos hat die Marke VW im vergangenen Jahr weltweit verkauft – so viele wie nie zuvor. 80.000 davon waren Elektroautos, wiederum die Hälfte davon vollelektrische Fahrzeuge. Die Marke mit dem VW-Logo trotzte mit den globalen Auslieferungen den Problemen der Autobranche und wuchs gegen den Trend um 0,5 Prozent.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          „In 2019 haben wir unsere globale Marktposition durch deutliche Marktanteilsgewinne signifikant ausgebaut“, sagte VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann am Montag in Wolfsburg. Auch mit der Zahl der verkauften Elektroautos zeigte sich das Unternehmen zufrieden. „Das Kundeninteresse an elektrifizierten Modellen stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich an“, hieß es.

          Die 80.000 ausgelieferten Elektroautos entsprechen einem Plus von 60 Prozent. Dabei handelte es sich allerdings nur bei gut der Hälfte um vollelektrische Fahrzeuge, der Rest der Kunden entschied sich für einen Plug-In-Hybrid, also einen Mischantrieb aus Elektro- und Verbrennungsmotor.

          „Ein Schlüsseljahr für die Transformation“

          Der operative Chef der Marke, Ralf Brandstätter, wies darauf hin, dass VW auf dem Weg in die Elektromobilität im letzten Jahr mit dem ID.3 und dem Golf 8 „wegweisende neue Produkte“ vorgestellt habe. Der ID.3 ist das erste Modell von VW, das nur als reines Elektroauto auf den Markt kommt. Der Golf 8 soll die Umweltbilanz von VW künftig mit fünf Hybridversionen verbessern.

          Für VW wird es entscheidend sein, ob die Kunden die neuen Modelle annehmen und der Elektromobilität den Schwung geben, den sich Volkswagen-Chef Herbert Diess erhofft. Die Ziele des Wolfsburger Unternehmens sind ehrgeizig. Erst kurz nach Weihnachten hatte VW mitgeteilt, dass das Unternehmen sein Ziel von einer Million Elektroautos schon in drei Jahren und nicht, wie ursprünglich geplant, erst 2025 erreichen will. „Das Jahr 2020 wird ein Schlüsseljahr für die Transformation von Volkswagen“, sagte der VW-Elektrovorstand Thomas Ulbrich damals.

          Wo der Zuwachs am deutlichsten ausfiel

          Der Volkswagen-Konzern investiert bis 2024 gut 33 Milliarden Euro allein in die Elektromobilität, davon ein Drittel in die Marke VW. „Wir werden auch weiter diszipliniert an unserer Kostenposition arbeiten, um die notwendigen Zukunftssituationen tätigen zu können“, sagte Brandstätter am Montag. Dass VW trotz flauer Autokonjunktur 2019 so gut dasteht, verdankt das Unternehmen vor allem dem chinesischen Markt. In der Volksrepublik verkaufte die Marke trotz rückläufigen Gesamtmarkts mit 3,16 Millionen Autos 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. VW liefert damit gut jedes zweite Auto an chinesische Kunden aus.

          In China bietet VW jetzt 7 elektrifizierte Modelle an, Ende des Jahres soll auch dort der ID.3 vom Band rollen. In Deutschland wird das Elektroauto im VW-Werk im sächsischen Zwickau gebaut. Rund 100.000 sollen in diesem Jahr produziert werden, im Sommer will VW das Modell europaweit auf den Markt bringen. Nach dem kompletten Umbau der Fabrik sollen es mehr als 300.000 E-Autos sein.

          Am deutlichsten fiel der Zuwachs bei den insgesamt ausgelieferten Autos für VW im letzten Jahr auf dem deutschen Heimatmarkt mit einem Zuwachs um 5,3 Prozent aus. Fast 570.000 Menschen kauften hier einen VW. In Europa insgesamt gab es ein Plus von 0,9 Prozent auf rund 1,76 Millionen Fahrzeuge. In Nordamerika gab es ein Minus von 1,6 Prozent auf rund 565.000 Autos.

          Positiv entwickelten sich die Zahlen allerdings in den Vereinigten Staaten, wo 2015 der Dieselskandal aufgedeckt worden war. Dort steigerte die Marke VW ihre Auslieferungen in einem rückläufigen Gesamtmarkt um 2,6 Prozent auf rund 363.000 Autos. Dass sich die Marke in Südamerika erholte und mehr als 490.000 Autos auslieferte, lag vor allem an einem satten Plus von 16,7 Prozent in Brasilien, wo fast 392.000 Kunden einen neuen VW kauften.

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