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Wechselprämie : VW hat schon mehr als 300.000 alte Diesel getauscht

  • Aktualisiert am

as Volkswagenlogo steht auf dem Dach des Verwaltungshochhauses des VW-Werks in Wolfsburg. Bild: dpa

Der Wolfsburger Autohersteller ist von dem Andrang auf das Tauschprogramm überrascht. Die Prämien für junge Gebrauchtwagen werden jetzt sogar noch verlängert.

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          Der Volkswagen-Konzern hat nach eigenen Angaben seit August 2017 mehr als 300.000 ältere Dieselfahrzeuge der Abgasnormen Euro 1 bis Euro 5 getauscht. Sie seien durch Neuwagen oder junge Gebrauchtwagen der beteiligten Konzernmarken mit effizienten Aggregaten der aktuellen Generation mit Abgasnorm Euro 6 ersetzt worden. Das teilte das Wolfsburger Unternehmen am Donnerstag mit.

          „Die Umtauschprämien haben unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Wir haben unsere Zusagen an die Politik eingehalten und einen wesentlichen Beitrag zur Flottenerneuerung und kurzfristigen Verbesserung der Luftqualität in deutschen Städten geleistet“, sagte VW-Vertriebsleiter Christian Dahlheim.

          Die Kunden hätten sich zuletzt zunehmend für Gebrauchtwagen entschieden, daher habe man entschieden, die Prämien dafür bei VW und Audi bis auf Weiteres zu verlängern. Die Prämien für Neuwagen liefen wie angekündigt Ende April aus. 

           Nutzfahrzeugsparte investiert in Mobilitätsdienstleister

          Bei der Inzahlungnahme eines Dieselfahrzeugs mit Euro-4- oder Euro-5-Abgasnorm werden bei der Marke VW zusätzlich zum Restwert zwischen 500 und 7000 Euro für Neuwagen gezahlt. Bei Audi sind bis zu 9000 Euro drin. Beim Kauf eines Jahreswagens sind die Prämien geringer. Darüber hinaus gilt
          weiter der Umweltprämie genannte Rabatt bei Verschrottung eines Diesels mit der Abgasnorm Euro 1 bis Euro 4 und Umstieg auf einen VW-Neuwagen oder -Jahreswagen.

          Anfang des Jahres hatte VW sein Tauschprogramm auf ganz Deutschland ausgeweitet – aber nur bis Ende April. Zuvor waren die Rabatte ausschließlich in den 14 Städten samt umliegender Landkreise genehmigt worden, die von Fahrverboten für ältere Dieselautos betroffenen sind.

          Die Umtauschprämien waren von mehreren Herstellern freiwillig im Zuge der Dieselaffäre und drohender sowie bereits geltender Fahrverbote in einigen deutschen Städten eingeführt worden. Fahrzeughalter eines Diesels mit einer älteren Abgasnorm als Euro 6 mussten empfindliche Wertverluste hinnehmen oder dürfen bestimmte Stadtgebiete mit ihrem Auto nicht mehr befahren. Experten hatten skeptisch auf die Wechselangebote reagiert und sie als reine Kaufanreize gewertet. Die Maßnahme ist Teil des von der Bundesregierung beschlossenen Hilfspakets für Dieselfahrer. Gegen die Nachrüstung von Fahrzeugen hatten sich die Hersteller vehement gesträubt. 

          Die Volkswagen-Sparte für leichte Nutzfahrzeuge teilte am Donnerstag außerdem mit, sich mit Milliardeninvestitionen vom reinen Autobauer zum Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen wandeln zu wollen. Allein im laufenden Jahr sollten 1,8 Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Mobilitätsdienste, den Umbau der Werke und neue Produkte fließen, sagte Markenchef Thomas Sedran in Hannover.

          Die konzernweite Entwicklung für das autonome Fahren werde in Hannover gebündelt, für die geplante Allianz mit Ford bei den leichten Nutzfahrzeugen seien erste Verträge geschlossen – darunter für den Nachfolger des Pickups Amarok. „Mit unserer neuen Strategie verfolgen wir einen klaren Plan und erhöhen das Tempo deutlich“, betonte Sedran.

          Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchte die Sparte den Angaben zufolge das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte: Der Umsatz lag mit 11,9 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, das operative Ergebnis gab allerdings von 853 Millionen Euro ein Jahr zuvor auf 780 Millionen nach. Das begründete die Marke etwa mit den Schwierigkeiten mit dem neuen Abgas-Prüfstandard WLTP. Der Absatz stieg auf rund 500.000 Fahrzeuge.

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