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VW-Tochterunternehmen Moia : Volkswagen fährt jetzt mit Sammeltaxis durch Hamburg

Ein Moia-Sammeltaxi in Hamburg Bild: dpa

100 Sammeltaxis von Moia fahren jetzt durch Hamburg. Bald sollen es 500 sein. „Innovativ“ und „umweltfreundlich“ findet das Tochterunternehmen von Volkswagen das Angebot. Die Taxifahrer haben Angst.

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          Das Volkswagen-Tochterunternehmen Moia hat nach einer dreimonatigen Testphase am Montag in Hamburg offiziell seinen Betrieb aufgenommen. „Es ist die erste Millionenstadt, in der wir unser innovatives Angebot für eine umweltfreundliche, geteilte Mobilität auf die Straße bringen“, sagte Moia-Vorstandschef Ole Harms. Moia setzt in Hamburg im ersten Schritt etwa 100 selbst entwickelte Elektro-Kleinbusse als Sammeltaxis ein. In den kommenden zwölf Monaten soll die Flotte schrittweise auf 500 Fahrzeuge aufgestockt werden.

          Carsten Germis
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Das Geschäftsmodell von Moia ist einfach: Mehrere Menschen teilen sich einen VW-Bulli – „Pooling“ oder „Ridesharing“ nennen das die VW-Manager. Kunden bestellen ein Fahrzeug über eine App, und eine Software fasst dann die Fahrgäste mit vergleichbaren Zielen zusammen. Die Haltestellen ergeben sich aus den Kundenwünschen und sollen nie weiter als 150 Meter von einem Fahrgast entfernt liegen.

          Ein Moia-Bus soll in wenigen Minuten kommen, wenn man ihn braucht – deshalb werden viele Kunden und viele Fahrzeuge benötigt. Bis zu fünf Personen finden in den Elektro-Bussen Platz – Moia rangiert damit wie eine Art Sammeltaxi zwischen den öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Straßenbahn und einem Taxi. „Wir bieten eine Alternative zum eigenen PKW“, sagte der Manager für das operative Geschäft, Robert Henrich. Indem ähnliche Fahrten gebündelt werden, erhöhe Moia die Effizienz des Straßenverkehrs.

          Aus Hamburg in die Welt

          Die Fahrpreise sollen im Schnitt bei sechs bis sieben Euro liegen – abhängig von der Entfernung und von der Nachfrage. Während der Fahrt können andere Passagiere aus- und zusteigen, die eine ähnliche Strecke zurücklegen wollen.

          In Hamburg will Moia an Werktagen von 5 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts fahren, an Wochenenden und Feiertagen durchgehend. Bis zum Ende des Jahres sollen die dann ungefähr 500 Moia-Fahrzeuge einen Großteil des Stadtgebietes nördlich der Elbe abdecken. „Hier entwickeln und perfektionieren wir unser System, das wir von Hamburg aus in die Welt bringen wollen“, sagte Vorstandschef Harms. Erste Erfahrungen mit dem Ridesharing hat Moia schon in Hannover gesammelt.

          Ein Konsortium aus der Universität der Bundeswehr München und dem Karlsruher Institut für Technologie soll über die kommenden zwei Jahre die Wirkungen des Moia-Ridesharing auf die städtische Mobilität untersuchen, teilte das Unternehmen mit. Für andere Formen der Mobilität stehen in Hamburg schon zur Verfügung: das Carsharing von BMW und Daimler Car2Go/Drivenow, das On-Demand-Angebot der Deutschen Bahn Ioki, und die Mitfahrzentrale Blablacar. Klassische Taxi-Unternehmen wie Hansa-Taxi und Mytaxi bieten ebenfalls Ride-Sharing an. Vor allem die Taxibranche befürchtet durch Dienste wie Moia einen Verdrängungswettbewerb.

          Ein Blick ins Innere eines Moia-Sammeltaxis
          Ein Blick ins Innere eines Moia-Sammeltaxis : Bild: dpa

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