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Volkswagen : Ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter soll Piëch informiert haben

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Da war er noch Aufsichtsratsvorsitzender: Piech bei der VW-Hauptversammlung im Mai 2014 Bild: dpa

Ein ehemaliger Mitarbeiter des israelischen Inlandsgeheimdiensts soll den damaligen VW-Aufsichtsrat Piëch über den Abgasbetrug informiert haben - weit früher als die Manipulationen öffentlich wurden.

          Ein ehemaliger Mitarbeiter des israelischen Geheimdienstes soll nach Informationen des Spiegels und der Wirtschaftswoche Ende Februar 2015 den damaligen VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch über den Abgasbetrug in Amerika informiert haben. Den Berichten zufolge soll Piëch die Informationen bei einem Treffen mit dem ehemaligen israelischen Botschafter Avi Primor erhalten haben. Demnach habe hier Yuwal Diskin, von 2005 bis 2011 Leiter des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, Piëch ein entsprechendes Dokument gezeigt. Diskin soll nach seinem Ausscheiden aus dem Geheimdienst für den Volkswagen-Konzern gearbeitet haben.

          Gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig soll Ferdinand Piëch ausgesagt haben, Anfang März Martin Winterkorn über die Vorwürfe aus Amerika berichtet zu haben. Doch der damalige VW-Chef habe ihm versichert, ein solches Papier aus Amerika existiere nicht. Winterkorn sagt, er habe erst im September 2015 von den Vorwürfen erfahren.

          Nach dem Manipulationsskandal befindet sich VW in der tiefsten Krise des Unternehmens. Öffnen

          Weiterhin soll Piëch auch die damaligen Aufsichtsräte des Konzerns belasten: Niedersachsen Ministerpräsident Weil, VW-Betriebsrat Bernd Osterloh, Ex-IG-Metall-Chef Berthold Huber und Wolfgang Porsche hätten ebenfalls schon Anfang März 2015 von den Hinweisen auf die Abgasmanipulationen. In einer Mitteilung des Konzerns heißt es hierzu, sämtliche betroffene Mitglieder des Aufsichtsratspräsidiums hätten unabhängig voneinander alle Behauptungen von Ferdinand Piëch klar und nachdrücklich als falsch zurückgewiesen. Weil bezeichnete Piëchs Vorwürfe am Donnerstagmorgen als „fake news“. Er habe erst am 19. September 2015 von den Manipulationen erfahren. Jede anderslautende Darstellung sei „schlichtweg falsch“.

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