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Abgasskandal : VW droht noch mehr Ärger aus Amerika

  • Aktualisiert am

In Amerika soll noch intensiver gegen den Volkswagen-Konzern ermittelt werden Bild: dpa

Das amerikanische Justizministerium weitet seine Ermittlungen gegen Volkswagen aus. Nun geht es sogar um Bankbetrug.

          Dem Volkswagen-Konzern droht im Abgasskandal weiterer Ärger in den Vereinigten Staaten. Die Ermittlungen des amerikanischen Justizministeriums seien auf den Verdacht des Bankbetrugs und mögliche Verstöße gegen Steuergesetze ausgedehnt worden, berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf eingeweihte Quellen. Die Anwendung eines eigentlich für die Finanzbranche vorgesehenen Gesetzes könne für den Autohersteller aus Wolfsburg zusätzliche Strafen bedeuten.

          Die Ermittler prüfen dem Bericht zufolge, ob Kreditgeber bei der Autofinanzierung durch Manipulationen von VW gefährdet wurden. Betroffene Fahrzeuge mit überhöhten Abgaswerten waren ursprünglich als umweltfreundlich vermarktet worden und haben durch die Affäre erheblich an Wert verloren. Außerdem soll untersucht werden, ob VW für Steuergutschriften haftbar ist, die amerikanische Autokäufer für den vermeintlich geringen Abgas-Ausstoß erhalten haben.

          Ein Sprecher des Justizministeriums wollte sich auf Nachfrage nicht äußern. Eine Sprecherin von VW sagte lediglich, dass das Unternehmen weiter mit allen relevanten Behörden in den Vereinigten Staaten kooperieren werde. Volkswagen hatte im September nach Vorwürfen des amerikanischen Umweltamts EPA eingeräumt, Hunderttausende Diesel-Wagen in den Vereinigten Staaten mit einer Betrugs-Software zum Austricksen von Abgas-Tests ausgerüstet zu haben. Dem Konzern droht durch eine Zivilklage der amerikanischen Regierung bereits eine Strafe in zweistelliger Milliardenhöhe.

          Die neuen Ermittlungen wegen Bankbetrugs zeigen dem „Wall Street Journal“ zufolge das erste Mal, dass die Vereinigten Staaten ein für Regelverstöße von Banken entwickeltes Gesetz außerhalb der Finanzindustrie einsetzen. Damit würde „die Rechtstheorie gegen einen nicht besonders genehmen Beschuldigten bis an die äußersten Grenzen gedehnt“, zitiert die Zeitung den Columbia-Rechtsprofessor John Coffee. Das Gesetz war eigentlich im Zuge der Finanzkrise 2008 verabschiedet worden, um Großbanken besser zur Verantwortung ziehen zu können.

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