https://www.faz.net/-gqe-9qwme

Verkehrspolitik : Norwegens großer Streit um die City-Maut

Maut-Gegener: Bjørn Revil, Spitzenkandidat der Partei „Volksaktion Nein zu mehr Maut" in Oslo Bild: Sebastian Balzter

In Norwegen wirbelt eine neue Autofahrer-Partei die politische Landschaft durcheinander. Sie wettert vor allem gegen die City-Maut. Die Wähler laufen ihr in Scharen zu.

          5 Min.

          Norwegens Hauptstadt Oslo ist in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Reiseziel für Umwelt- und Verkehrspolitiker aus aller Welt geworden. Nirgendwo sonst werden Elektroautos so konsequent gefördert, nirgendwo sonst haben sie einen so großen Marktanteil an den Neuzulassungen wie hier, wo schon mehr als jedes zweite neue Auto elektrisch unterwegs ist. Außerdem hat Norwegen so viel Erfahrung wie kein anderes Land in Europa mit der City-Maut für Autofahrer, nämlich schon seit Mitte der Achtziger. Da ist es nur folgerichtig, dass Oslo sich dieses Jahr ganz offiziell „Europas Umweltschutzhauptstadt“ nennen darf, was die rot-grüne Stadtregierung gern mit großen Lettern auf Plakate drucken lässt.

          Sebastian Balzter
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch ausgerechnet jetzt werden in Oslo auch die politischen Kosten dieser ökologischen Vorreiterrolle sichtbar. Bei den Kommunalwahlen am Sonntag hat die neu gegründete Anti-Maut-Partei in allen großen Städten den Einzug ins Parlament geschafft. In der Hauptstadt Oslo kam sie aus dem Stand auf knapp 6 Prozent der Stimmen, in Bergen sogar auf etwa 17 Prozent.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Zurzeit ein teurer „Spaß“: Häuser in einem Neubaugebiet in Frankfurt am Main

          Hauskauf in der Metropole : Wenn das Eigenheim nur eine teure Seifenblase ist

          Ist es sinnvoll, wenn sich Eltern an der Finanzierung von Eigenheimen ihrer Kinder beteiligen? Nicht immer – denn auch Gutverdiener können sich in Großstädten nicht ohne weiteres ein Reihenhaus leisten, wie unser Kolumnist vorrechnet.