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Dieselmodell : Umwelthilfe entdeckt Abschalteinrichtung in Volvo

  • Aktualisiert am

Ein Volvo-Logo, aufgenommen beim Genfer Autosalon. Bild: dpa

Nach Ansicht der Organisation sei bei der Abgasmessung eine eindeutig illegale Einrichtungen gefunden worden. Laut Autohersteller handle es sich dagegen um eine „übliche Maßnahme“.

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          Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die aus ihrer Sicht illegale Abschaltung der Abgasreinigung eines Volvo-Dieselfahrzeugs. Bei Abgasmessungen habe das Emissions-Kontroll-Institut der Organisation „temperaturgesteuerte, nach Ansicht der DUH eindeutig illegale Abschalteinrichtungen“ bei einem Modell der Baureihe XC60 mit der Schadstoffklasse Euro 5 gefunden, teilte die DUH am Donnerstag mit. Das Fahrzeug habe den Stickstoffdioxid-Grenzwert „bis um das 11,9-fache“ überschritten.

          „Unsere Messungen belegen die Abhängigkeit der Schadstoffemissionen von der Außentemperatur“, erklärte die DUH. Bereits bei Außentemperaturen zwischen neun und 22 Grad Celsius überschritt der Volvo XC60 demnach die geltenden Stickoxid-Grenzwerte – bei simulierten Wintertemperaturen von sechs bis minus vier Grad sei die Abgasreinigung „über einen im Außenspiegel verbauten Temperaturfühler“ abgeschaltet worden. „Dies hat keine technischen Gründe und ist unzulässig“, kritisierte die Umwelthilfe.

          Fahrzeuge wie dieses müssten stillgelegt oder auf Kosten von Volvo mit einem Katalysator nachgerüstet werden, forderte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. „Es braucht endlich die amtliche Verpflichtung zur Hardware-Nachrüstung und das Ende der im realen Straßenbetrieb weitgehend unwirksamen Software-Updates.“

          Volvo wollte die Tests am Donnerstag nicht kommentieren, da keine Einzelheiten vorlägen. Der schwedische Autobauer bestätigte der Nachrichtenagentur AFP eine „reduzierte Abgasrückführung“ bei kalten Temperaturen, betonte aber: „Es handelt sich nicht um eine illegale Abschalteinrichtung.“

          Ein solches „Thermofenster“ sei vielmehr eine von allen Herstellern „in der einen oder anderen Form“ genutzte und „übliche Maßnahme bei jedem Verbrennungsmotor“, um Motorschäden durch Kondenswasser und Eisbildung im Motorraum zu verhindern. Alle Fahrzeuge seien „gemäß der gesetzlichen Bestimmungen von den Behörden genehmigt“, erklärte Volvo weiter. „Wir haben nie und werden auch nie irgendetwas Illegales in diese Autos einbauen.“

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