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Umfrageergebnisse : Die Deutschen lieben ihre Autos immer noch

  • -Aktualisiert am

Die meisten Autofahrer machen vor dem Kauf eine Probefahrt. Frauen geben aber viel weniger für ein Fahrzeug aus als Männer. Bild: Picture-Alliance

Allen Debatten um Klima und Mobilität zum Trotz: Die deutschen Autohalter haben weiter Freude am Autofahren, empfinden sogar überwiegend Freude, wenn sie das Auto nur sehen. Und sie geben für den Autokauf so viel aus wie noch nie.

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          Die Beziehung der Deutschen zu ihren Autos ist intensiv. Das zeigen Aussprüche wie „das Auto ist des Deutschen liebstes Kind“. Doch selbst in Zeiten von Umweltschutz, Klimadebatte und Mobilitätsdiskussionen ist die Zuneigung des deutschen Autofahrers zu seinem Gefährt weiter groß. Darauf deuten jedenfalls repräsentative Umfrageergebnisse hin, die die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) am Donnerstag veröffentlicht hat.

          Demnach empfinden 55 Prozent der privaten Halter von Personenkraftwagen allein schon Freude, wenn sie das eigene Auto nur erblicken. Vier von fünf Autoeigentümern äußern, dass sie Spaß während des Autofahrens empfinden. Und ebenfalls vier von fünf Haltern unterschreiben die Aussage, dass sie sich ohne Fahrzeug in ihrer Mobilität eingeschränkt fühlten. Etwa jeder fünfte private Fahrzeugeigner gibt derweil an, dass er gern auf Spritztour geht und das Auto einfach nur zum Spaß ausfährt.

          Vier Fünftel der Fahrer nerven zunehmende Staus

          Erstmals hat die DAT, hinter der der Verband der Automobilindustrie, der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller sowie der Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes stehen, in ihrer jährlich erscheinenden Umfrage abgefragt, wie sich der zunehmende Verkehr auf die Befindlichkeit der Autohalter auswirkt. Demnach beklagen 80 Prozent der PKW-Halter ein hohes Verkehrsaufkommen und zunehmende Staus.

          Trotz der generell positiven Einstellung zum eigenen Auto, nimmt der DAT-Umfrage zufolge auch das Interesse an Carsharing zu, wenngleich auf einem weiter geringen Niveau. Im Umfragejahr 2015 kam danach für lediglich 9 Prozent der befragten Neuwagenkäufer Carsharing als Alternative zum eigenen Auto infrage. Im vergangenen Jahr ist dieser Wert nun auf 16 Prozent gestiegen. Unter den Gebrauchtwagenkäufern wuchs die Akzeptanz des Auto-Teilens derweil im selben Zeitraum von 14 auf 18 Prozent.

          Gleichwohl geben die Deutschen weiter viel Geld für ihre Autos aus. Demnach erreichte der Durchschnittspreis für einen Gebrauchtwagen im vergangenen Jahr 12.470 Euro, was den höchsten Wert seit Beginn der Erhebung bedeutete. Für einen Neuwagen erhielten die Händler im Durchschnitt 33.580 Euro und damit ebenfalls einen Rekordwert.

          Männer geben mehr für Autos aus als Frauen

          Nach Angaben der DAT handelt es sich bei den Preisen um einen Durchschnitt der tatsächlich im Autohandel bezahlten Preise und nicht um Listenpreise der Autohersteller. Nach Geschlechtern aufgeteilt, sind Männer ausgabefreudiger als Frauen. Männliche Gebrauchtwagenkäufer gaben im vergangenen Jahr im Durchschnitt 13.980 Euro aus, die weiblichen Gebrauchtwagenkäufer zahlten dagegen 10.040 Euro. Unter Neuwagenkäufern zahlten Männer im Durchschnitt 37.880 Euro, Frauen dagegen 24.900 Euro.

          Bevor diese Summen fließen, informiert sich der DAT zufolge eine überwiegende Mehrheit von 80 Prozent aller Autokäufer über das Internet. Für Neuwagenkäufer ist die erste Anlaufstelle dabei die Internetseite der Hersteller, auf die 54 Prozent zugreifen. 46 Prozent nutzen auch den Konfigurator des Unternehmens ihrer Wahl, um mehr Informationen über das mögliche nächste Auto zu sammeln.

          Für 43 Prozent sind Online-Verkaufsplattformen oder Neuwagen-Portale im Kaufprozess wichtig. Wiederum 37 Prozent suchen die Internetangebote von Händlern auf. Obwohl viele Autokäufer informiert zum Händler kommen, ist aber auch die Bedeutung der Probefahrt laut der DAT zuletzt gestiegen. 86 Prozent aller Gebrauchtwagenkäufer und 78 Prozent aller Neuwagenkäufer haben vor dem Kauf eine Testfahrt absolviert. Und etwa jeder sechste Autokäufer wäre bereit, für eine Probefahrt auch zu bezahlen, wenn diese Kosten mit dem Kaufpreis verrechnet würden.

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