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Über die Techno Classica : Die Mobilität vergangener Tage lebt auf

  • -Aktualisiert am

Ein Jaguar XK 120 von 1949, repariert im Jaguar Landrover Classic Center der Werkstattmeister Marco Walter. Das Autohaus für englische Oldtimer zeigt seine Wagen auch auf der Techno-Classica. Bild: dpa

Die Techno-Classica ist die wichtigste Oldtimer-Messe der Welt. Was erwartet die mehr als 180.000 Besucher?

          Einmal im Jahr wird Essen zum Treffpunkt der internationalen Oldtimer-Gemeinschaft, wenn sich auf der Techno-Classica Händler, Auktionshäuser, Bastler, Clubs, Sammler und Oldtimer-Fans versammeln. Zur 31. Ausgabe werden in diesem Jahr zwischen dem 10. und 14. April mehr als 180.000 Gäste erwartet. Damit ist die Techno-Classica mit Abstand die besucherstärkste Oldtimer-Messe der Welt. Für viele Händler, Auktionshäuser und vor allem die wichtigsten Autohersteller der Welt bedeutet die Messe nicht nur eine zusätzliche Einnahmequelle, sondern vor allem die Aufwertung der eigenen Marke.

          Der Markt für Oldtimer wächst ohnehin. Trotz verschärfter Umweltauflagen in deutschen Städten hat die Zahl der Autos, die 30 Jahre oder älter sind, weiter zugenommen. In den vergangenen zehn Jahren ist ihre Zahl in Deutschland auf mittlerweile rund 600.000 gestiegen. Jeder 100. zugelassene Wagen ist somit ein Oldtimer. Dass die alten Autos so beliebt sind, liegt auch daran, dass die Modelle aus den 1980ern, die jetzt zu Oldtimer werden, oftmals robuster sind und weniger schnell rosten als ihre Vorgänger. An der Spitze der meistgekauften Hersteller steht Daimler, gefolgt von Volkswagen und Porsche.

          Im vergangenen Jahr strömten 188.000 Besucher aus mehr als 40 Ländern in die 20 voll belegten Messehallen am Essener Grugapark. Diese Zahl könnte angesichts zahlreicher teurer und seltener Ausstellungsstücke, die von mehr als 1250 Ausstellern kommen, und insgesamt mehr als 2700 zum Verkauf stehender Automobile noch einmal überboten werden.

          An vielen dieser Karossen prangt das Logo namhafter Hersteller und Tuningschmieden wie Alpin, AMG, BMW, Jaguar, Mercedes-Benz, Porsche oder Rolls-Royce. Das untere Preissegment fängt bei etwa 15.000 bis 20.000 Euro an, unter anderem ein Jaguar XJS V12 Cabriolet von 1992 mit weniger als 13.000 Meilen fällt in diese Kategorie. Mit dem 1930er Avions Voisin C23 Conduite Intérieur, einem 1975er Lancia Stratos HF Stradale, einem 1949er Veritas BWM Rennsport und einem Mercedes-Benz 540 K Cabriolet A mit Sindelfinger Karosserie, der alleine einen Schätzwert von bis zu 2,4 Millionen Euro hat, werden auch echte Raritäten auf der Messe zu finden sein. Nicht zuletzt gibt es auch etwas für die Fans moderner Klassiker: Etwa den Alpina B7, einen Porsche 992 und einen Lamborghini Hurácan Evo.

          Klassiker und Youngtimer werden versteigert

          Auch für Anhänger historischer Sportrennwagen gibt es dieses Jahr einen echten Hingucker. In der Sonderschau „Tour de France Legends“ werden einige der nostalgisch anmutenden Sportwagen auf der Messe in Essen ausgestellt, die bei der großen Frankreich-Rundfahrt zwischen den 1950er und 60er Jahren Aufsehen erzeugt haben. Neben dem Ferrari 250 Tour de France wird ein Porsche 550 Spyder, ein Deutsch-Bonnet HBR 5, ein Jaguar C-Type, ein Ferrari 250 GT Berlinetta (SWB) und ein Aston Martin-DB2-Werkswagen zu Bestaunen sein.

          Mit Auktionen und Wettbewerben möchte der Veranstalter zusätzliche Anreize für Besucher und Händler schaffen. So versteigert das britische Auktionshaus Coys über 100 Klassiker, darunter sowohl ältere Autos wie den Maserati Sebring aus dem Jahr 1963, als auch sogenannte Youngtimer – die jüngste Generation der Oldtimer.

          Oldtimer-Enthusiasten werden sich die Techno-Classica wohl nicht entgehen lassen wollen, doch auch für einige Bastler ist sie quasi eine Pflichtveranstaltung. In der Halle 6 etwa wird ein Ersatzteilmarkt mit mehr als 100 Ständen entstehen. Und viele der angebotenen Teile sind dank moderner Technologie wie 3D-Druckern erschwinglicher denn je.

          Workshops zur Konservierung der Klassiker

          Auch für den kleineren Geldbeutel gibt es Angebote: altes Spielzeug, Modellautos, Literatur, Kleidung und Kunst sind ebenso Teil der Ausstellung wie die sich in einem ganz anderen Preissegment befindlichen Ausstellungen der größten Autohersteller der Welt. Während Audi in diesem Jahr Großraum-Automobile in den Fokus seines Stands stellt, zeigt BMW die 100-jährige Erfolgsgeschichte von Rekordfahrten und Rekordflügen. Mercedes-Benz hingegen feiert den prestigeträchtigen C 111 angesichts seines 50. Geburtstags und Volkswagen erinnert an den 70 Jahre alten VW Käfer Cabriolet.

          Um ihr Wissen rund um die Oldtimer an Interessierte weiterzugeben, wird die Techno- Classica-Akademie zum 17. Mal Vorführungen und Workshops vorstellen. Im Fokus steht dieses Jahr die Konservierung der Klassiker.

          Die Kölner Journalistenschule berichtet über die Techno Classica

          Liebe Leserinnen, liebe Leser,

          dieser Text ist im Rahmen einer Lehrveranstaltung der Kölner Journalistenschule entstanden. In Zusammenarbeit mit der F.A.Z. lernen die jungen Kolleginnen und Kollegen verschiedene Wege, über eine moderne Messe zu berichten.

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