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Abgas-Skandal : Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Winterkorn

  • Aktualisiert am

Martin Winterkorn war im vergangenen Jahr infolge des Abgasskandals als Volkswagen-Chef zurück getreten. Bild: dpa

Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Abgas-Skandal wegen des Verdachts der Marktmanipulation gegen den zurückgetretenen VW-Konzernchef Winterkorn. Auch stehe eine weitere Person im Fokus.

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          Im Abgasskandal des größten europäischen Automobilkonzerns ist dessen früherer Chef Martin Winterkorn ins Visier der Ermittler geraten. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen den im vergangenen Jahr zurück getretenen Volkswagen-Chef, teilte sie an diesem Montag mit. Sie verdächtigte Winterkorn der Marktmanipulation.

          Die Ermittler seien auf eine Strafanzeige der Finanzaufsicht Bafin hin aktiv geworden. Neben Winterkorn richteten sich die Untersuchungen auch gegen ein zweites damaliges Vorstandsmitglied. Die Staatsanwaltschaft betonte, dabei handele es sich nicht um den amtierende Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch, der zuvor Finanzvorstand von Volkswagen war. Die dpa berichtete mit Verweis voneinander unabhängige Quellen, dass es sich um den Volkswagen-Markenchef Herbert Diess handeln soll. Ein VW-Sprecher wollte dies nicht kommentieren.

          Diess gilt als großer Hoffnungsträger im Konzern. Er war nach Winterkorns Rücktritt auch als Kandidat für die Nachfolge gehandelt worden. Danach hieß es, er solle nicht in der anschließenden Aufarbeitung des Skandals verheizt werden.

          Volkswagen hatte die Börse am 22. September des vergangenen Jahres über die Abgasmanipulationen informiert - damals war der Skandal in den Vereinigten Staaten öffentlich geworden. Es bestünden allerdings zureichende Anhaltspunkte dafür, dass diese Pflicht zu einer Mitteilung über die zu erwartenden erheblichen finanziellen Verluste des Konzerns bereits zu einem früheren Zeitpunkt bestanden habe. Anders gesagt: Nach diesem Verdacht hätte Winterkorn viel früher die Öffentlichkeit informieren müssen.

          Pötsch war Finanzvorstand, als der Konzern im September die Manipulation von Abgaswerten relativ schnell einräumte, nachdem sie öffentlich geworden waren. Im Oktober wurde er an die Spitze des Aufsichtsrats berufen. Winterkorn war im Zuge des Skandals zurückgetreten. Dabei hatte er erklärt, er tue dies im Interesse  des Unternehmens, obwohl er sich keines Fehlverhaltens bewusst sei.

          Nach Abgasaffäre : Ermittlungen gegen Ex-VW-Chef Winterkorn

          Es gilt die Unschuldsvermutung

          Der zuständige Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe sagte, er könne noch nicht absehen, wie lange das Ermittlungsverfahren dauere. „Wir müssen die Beteiligten jetzt natürlich anhören und weitere Zeugen vernehmen.“

          Er betonte zudem: „Ob sich der genannte Anfangsverdacht verdichtet oder entkräften lässt, hängt von dem Ergebnis der erforderlichen weiteren Ermittlungen ab.“ Es gelte die Unschuldsvermutung.

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