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Scheuer zu VW-Gehältern : „Boni besser in Entschuldigungsfonds legen“

  • Aktualisiert am

Andreas Scheuer Bild: Reuters

Der neue Verkehrsminister rügt die hohen Gehälter im VW-Konzern. Für Diesel-Besitzer seien sie ein „Schlag ins Gesicht“. Zu Nachrüstungen zwingen will er den Autohersteller allerdings nicht.

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          Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat die VW-Konzernspitze wegen der jüngst bekannt gewordenen deutlich gestiegenen Boni-Zahlungen gerügt. „Ich hätte nach den Abgas-Skandaljahren eine höhere Sensibilität gerade der Top-Manager in Wolfsburg erwartet“, sagte Scheuer der „Bild“. „Der Wirtschaftsstandort Deutschland wurde mit den Abgas-Manipulationen beschädigt. Ich habe die Boni-Summen vernommen und halte sie für falsch. Für jeden Diesel-Besitzer, der hohe Wertverluste fürchtet, aber auch für die Angestellten in dieser Leitindustrie sind die Managergehälter bei VW ein Schlag ins Gesicht.“ Das Geld hätte man besser in einen „Entschuldigungs-Fonds“ investieren sollen „unter dem Motto: Wir haben verstanden!“

          Am Dienstag war bekanntgeworden, dass die Gewinnverdopplung bei Volkswagen auch die Bezüge von Vorstandschef Matthias Müller auf 10,14 Millionen Euro steigen ließen. Insgesamt stiegen die Vorstandsbezüge bei Volkswagen um fast ein Drittel auf gut 50 Millionen Euro.

          Auf die Frage, ob er die Autohersteller zu generellen Nachrüstungen zwingen wolle, sagte Scheuer: „Ich setze lieber auf die Einsicht und Kooperationsbereitschaft der Konzerne. Zwang ist nicht meine Politik.“ Klar sei aber auch: „Die Steuerzahler haben keine Schuld an der Situation. Wer in gutem Vertrauen in Industrie und Politik sein Fahrzeug gekauft hat, darf nicht die Zeche zahlen.“

          Auch zum geplanten Hauptstadtflughafen BER äußerte er sich. „Leider ist das Label BER inzwischen so beschädigt, dass es international nur noch für Belustigung sorgt", sagte der CSU-Politiker. Da helfe aber auch kein neuer Name, sondern nur "ein Eröffnungstermin, der eingehalten wird". Einen Abriss und Neubau des BER schloss Scheuer aus. Das Projekt solle erfolgreich abgeschlossen werden. Die wegen zahlreicher technischer Mängel um Jahre verzögerte Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens ist derzeit für Oktober 2020 geplant. Allerdings ist schon jetzt abzusehen, dass die Kapazität des Flughafens nicht ausreicht, um das erwartete Passagieraufkommen zu bewältigen.

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