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Stadler in Haft : Vertriebsvorstand Schot wird Audi-Interimschef

  • Aktualisiert am

Audi-Vertriebschef Bram Schot während der Bilanz-Pressekonferenz im März in Ingolstadt. Bild: dpa

Rupert Stadler sitzt wegen des Abgasskandals in Untersuchungshaft. Seine Stelle wurde schon neu besetzt: Vertriebschef Bram Schot soll die Geschicke vorläufig leiten.

          Der derzeitige Audi-Vertriebsvorstand Bram
          Schot soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vorläufig den Chefposten vom verhafteten Rupert Stadler übernehmen. Der Audi-Aufsichtsrat müsse der Personalie noch formal zustimmen. Der Niederländer hält sein Amt seit September vergangenen Jahres inne.

          Zuerst hatte die F.A.Z. darüber berichtet, dass der Aufsichtsrat von Audi noch an diesem Montag einen neuen Vorstandsvorsitzenden benennen will, der den Autohersteller zunächst als Interimslösung führen soll. Einem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge will der VW-Aufsichtsrat Stadler beurlauben.

          Man habe stets die Unschuldsvermutung gegen den jetzigen Vorsitzenden Rupert Stadler gelten lassen und keinen Zweifel an seiner Integrität gehabt, doch nach dessen Verhaftung habe die Situation eine neue Dimension angenommen. Der Vorstand müsse handlungsfähig bleiben, heißt es aus Unternehmenskreisen.

          Mit der Verhaftung von Audi-Chef Stadler wollte die Staatsanwaltschaft eine mögliche Beeinflussung von Zeugen oder Beschuldigten im Dieselskandal verhindern. Seit der Einleitung des Ermittlungsverfahrens gegen Stadler und der Durchsuchung seiner Wohnung vor einer Woche habe sich beim Tatvorwurf nichts Neues ergeben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag in München. „Aber es gab Hinweise, dass die Gefahr einer Verdunkelungshandlung besteht. Und das hat zu dem Haftbefehl geführt.“

          Stadler sei am Montagvormittag an seinem Wohnort festgenommen und dann der Ermittlungsrichterin vorgeführt worden. Er habe noch keine Angaben zur Sache gemacht. Stadler wolle sich aber äußern, nachdem er mit seinem Verteidiger gesprochen habe, sagte der Staatsanwalt. Der Verteidiger nehme jetzt Akteneinsicht und wolle am Dienstag mit Stadler darüber sprechen, so dass die Vernehmungen frühestens ab Mittwoch beginnen sollten.

          Wo Stadler einsitzt, sagte der Staatsanwalt nicht. Eigentlich wäre bei Haftsachen der Münchner Justiz das Gefängnis in München-Stadelheim die erste Adresse. Aber in Stadelheim sitzt seit September bereits ein anderer Beschuldigter im Audi-Dieselskandal ein, ein ehemaliger Porsche-Vorstand. Und Beschuldigte im selben Verfahren sollen keinen Kontakt haben.

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