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Rücktrittsgerüchte : Weitere hohe Volkswagen-Manager vor Rauswurf

  • Aktualisiert am

Audi-Manager Ulrich Hackenberg präsentiert den Audi e-tron Quattro auf der IAA. Bild: Reuters

Nach dem Abgasskandal rund um Dieselfahrzeuge des Autoherstellers Volkswagen jagt ein Rücktrittsgerücht das nächste. Vier Top-Manager müssen wohl gehen. Die Nachrücker sollen schon bereitstehen.

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          Ein Rücktrittsgerücht jagt das nächste. Nach dem Abgas-Skandal rund um Dieselfahrzeuge des Autoherstellers Volkswagen rollen nun offenbar im Konzern die Köpfe. Der Entwicklungschef der Tochtergesellschaft Audi, Ulrich Hackenberg und der Entwicklungschef der Tochtergesellschaft Porsche, Wolfgang Hatz müssen ihre Stühle räumen, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Insider berichtet. Zuvor hatte auch schon die „Bild“-Zeitung die Personalien gemeldet.

          • Dieser Artikel wird ständig aktualisiert - alle Entwicklungen rund um den Volkswagen-Abgasskandal finden Sie in unserem Liveblog

          Laut „Spiegel“ soll neben diesen beiden auch Hackenbergs Nachfolger als Entwicklungsvorstand bei Volkswagen, Heinz-Jakob Neußer, gehen. Es dürfe keine Rücksicht darauf genommen werden, dass alle drei derzeit wichtige Posten im Volkswagen-Konzern inne hätten, zitierte der „Spiegel“ einen Aufsichtsrat. Das Gremium sei fassungslos, dass VW bereits Anfang September die amerikanischen Behörden über die Manipulationssoftware informiert habe, den Aufsichtsrat und die Öffentlichkeit aber erst Wochen später.

          Auch der Amerikachef von VW Michael Horn muss wahrscheinlich seinen Posten räumen, wie die Nachrichtenagentur Reuters weiter berichtet. Er hatte auf einer Veranstaltung in New York zur Präsentation eines neuen Passat-Modells schon zugegeben: „Wir haben Mist gebaut“.

          Volkswagen hat zugegeben, Abgaswerte von Dieselfahrzeugen in den Vereinigten Staaten mit einer verbotenen Software manipuliert zu haben. Zuletzt hat sich herauskristallisiert, dass die Manipulationen nicht nur Volkswagen in Amerika betreffen könnten: Verkehrsminister Alexander Dobrindt sagte, auch europäische Autos seien manipuliert worden und verlieh damit dem derzeitigen Skandal eine neue Dimension. Nun, wenig später, werden weitere personelle Konsequenzen bekannt - Konzernchef Martin Winterkorn hatte bereits am Mittwoch seinen Rücktritt erklärt.

          Hackenberg war im Jahr 2007 zusammen mit Winterkorn von Audi nach Wolfsburg zu Volkswagen gewechselt. Er gilt als Erfinder des Baukastensystems, das Volkswagen derzeit bei immer mehr Marken einführt. Später kehrte Hackenberg nach Ingolstadt zurück, um Audi mit neuen Elektroautos auf die Sprünge zu helfen. Wolfgang Hatz war früher Mitarbeiter von Hackenberg bei VW. Im Februar 2011 wechselte er dann als Entwicklungschef zu Porsche.

          Neben den Spekulationen über Abgänge im Volkswagenkonzern gibt es auch weitere Gerüchte über Neubesetzungen von Posten. So sei der derzeitige Skoda-Chef Winfried Vahland ein heißer Kandidat für einen Posten im Konzernvorstand, wie die Nachrichtenagentur Reuters zwei informierte Personen zitiert. Anscheinend will Volkswagen aufgrund des Skandals einen neues, gesondertes Amerika-Ressort im obersten Leitungsgremium schaffen, das Vahland besetzen soll. Mit dem neuen Ressort würden die Vereinigten Staaten in der Konzernspitze ein ähnliches Gewicht wie das China-Geschäft erhalten, für das Jochem Heizmann zuständig ist.

          Derweil läuft auch die Spekulation darüber, wer auf Winterkorn an der Spitze des Volkswagen-Universums folgt. Der am häufigsten genannte Name ist der von Porsche-Chef Matthias Müller. Immer wieder genannt werden aber auch Volkswagen-Markenchef Herbert Diess, Audi-Chef Rupert Stadler und gelegentlich der eigentlich für den Aufsichtsrats-Vorsitz eingeplante Noch-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch.

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