https://www.faz.net/-gqe-9mckm

Luftverschmutzung in Rom : Die ewige Stadt mit ihrem ewigen Verkehrschaos

Bürgermeisterin Virginia Raggi (Mitte) setzt sich für Elektroautos ein – hier bei einem Rennen der Formel E in Rom. Bild: EPA

Verglichen mit anderen europäischen Großstädten wirkt Roms öffentlicher Nahverkehr geradezu armselig – von einer Infrastruktur für Elektroautos ganz zu schweigen. Das zwingt die Bürger, erfinderisch zu werden.

          4 Min.

          Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi tritt gerne auf die Bühne, um sich für Elektroautos stark zu machen: Zum zweiten Mal wurde in diesem April auf den Straßen der Stadt ein Rennen der neuen „Formel E“ ausgetragen, mit Rennwagen, die entfernt an Formel-1-Boliden erinnern, aber mit halber Motorleistung und halber Renndauer. Vor dem Rennen nutzte Bürgermeisterin Raggi die Gelegenheit zu einer Präsentation mit Formel-E-Rennfahrern auf einer Terrasse vor einer malerischen Silhouette der Stadt. „Formel E zeigt, wie cool und einfach es ist, elektrisch zu fahren“, sagte Raggi. Für sie gehört zur Zukunft ein Verbot aller Autos mit Dieselmotoren von 2024 an und eine leuchtende Zukunft mit nachhaltiger Elektroenergie.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Doch auch die Ankündigung, dass in Kürze nach jahrelanger Pause wieder 60 kleine Elektrobusse durch das Stadtzentrum fahren würden, hilft im Moment weder dem Image der Bürgermeisterin noch der Luftqualität in ihrer Stadt. Für die propagierte Umstellung des Verkehrs auf Elektroautos fehlen noch alle Voraussetzungen. Der öffentliche Nahverkehr ist unterentwickelt und im Chaos. Und zur Frage, ob Diesel- oder Benzinmotoren schädlicher für Rom sind, fehlen die Grundkenntnisse.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Der französische Präsident Emmanuel Macron am 1. März 2021 in einem Impfzentrum in Bobigny in der Nähe von Paris

          Corona-Krise in Frankreich : Der Präsident als Chefvirologe

          Im Kampf gegen die Pandemie richtet sich Frankreichs Präsident immer weniger nach dem Urteil seiner wissenschaftlichen Berater. Stattdessen lässt sich Emmanuel Macron selbst als Corona-Fachmann inszenieren. Das sorgt nicht nur bei Ärzten für Unmut.