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Weniger Treibhausgase : Regierung verschärft Klimavorgaben für den Verkehr

  • Aktualisiert am

Abgase kommen aus dem Auspuff eines Autos. Bild: dpa

Der Anteil von klimaneutralen Kraftstoffen soll stärker steigen als bislang geplant. Der Automobilverband fordert sogar noch ehrgeizigere Ziele – das käme auch Verbrennern zu Gute.

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          Die Bundesregierung hat sich auf höhere Anteile von klimaneutralen Kraftstoffen im Verkehr als geplant verständigt. Bis zum Jahr 2030 solle der Anteil von klimaneutralen Kraftstoffen stärker steigen als bislang vorgesehen, bestätigte das Umweltministerium am Freitag. So soll mittels erneuerbarer Energien die Treibhausgas-Quote in den Kraftstoffen auf 22 Prozent gedrückt werden, heißt es in einem Einigungspapier, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag.

          Ein Entwurf des Umweltministeriums vom September hatte nur 20 Prozent vorgesehen. Aktuell liegt sie noch unter sechs Prozent. Die ehrgeizigeren Ziele seien erreichbar, da man sich in der EU auf eine am CO2-Ausstoß ausgerichtete Lkw-Maut sowie auf neue Flottengrenzwerte für Pkw verständigt habe. Grüner Wasserstoff soll doppelt und Strom in Autos dreifach angerechnet werden. Ursprünglich war sogar eine vierfache Anrechnung von E-Autos vorgesehen. Die Abschwächung kommt jetzt dem Wasserstoff zugute, dem wie vom Verkehrsressort gefordert mehr Bedeutung bekommt.

          Der Verkehrssektor ist seit langem das größte Problemfeld beim Klimaschutz. Im Vergleich zum Jahr 1990 hat er seinen Treibhausgas-Ausstoß 2019 nicht reduzieren können. Dies soll jetzt durch E-Mobilität, eine stärkere Ausrichtung der Kfz-Steuer und der Lkw-Maut am CO2-Ausstoß und den Einsatz von Wasserstoff geändert werden. Dabei geht es um die Umsetzung von Rahmenbedingungen, die die EU mit der sogenannten RED-II-Richtlinie festgelegt hat. Die neuen deutschen Ziele werden jetzt nach Brüssel gemeldet. Im Januar soll das Bundeskabinett die Einigung billigen.

          Luftverkehr muss auch auf erneuerbare Energien setzen

          Der Verband der Automobilindustrie (VDA) lobte die Einigung. Bundestag und Bundesrat sollten die Quote aber noch weiter anheben, um Investitionen in Wasserstoff und andere synthetische Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels, auszulösen. Dies böte auch eine Chance für Verbrenner, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller: „Gerade auch die Benziner und Diesel, die jetzt auf der Straße sind, brauchen E-Fuels, um einen Beitrag zu den Klimazielen leisten zu können“, sagte sie. „Nicht der Zylindermotor ist das Klimaproblem, es ist der Kraftstoff aus fossilen Quellen.“

          Auch der Luftverkehr muss künftig auf erneuerbare Energien setzen: Bis zum Jahr 2030 müssen mindestens zwei Prozent des verkauften Flugbenzins auf Basis erneuerbarer Energien erzeugt werden. Das entspricht etwa 200.000 Tonnen im Jahr. Dieser Kraftstoff ist derzeit etwa viermal so teuer wie fossiles Kerosin, was Bedenken in der Luftfahrtbranche ausgelöst hat. Pflanzlicher Kraftstoff wird im Flugbenzin verboten.

          Auch in Benzin und Diesel soll diese Beimischung wegen ökologischer Bedenken von etwa 3,4 Prozent nicht weiter steigen sondern sinken. Das besonders umstrittene Palmöl soll bis 2026 ganz aus Sprit verbannt werden. Der Einsatz von Palmöl, Mais oder Weizen hatte weltweit zu einer „Tank oder Teller“-Debatte geführt, da in vielen Ländern knappe Lebensmittel für Treibstoff verarbeitet werden.

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