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Dialog von Diess und Gates : Porsche will E-Fuels nutzen

Die Porsche-Zentrale in Stuttgart Bild: AFP

Porsche steigt in die Entwicklung von E-Fuels ein. Dem VW-Chef dürfte das gefallen, darauf lässt zumindest ein Dialog zwischen Herbert Diess und Bill Gates schließen.

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          Ein Rennwagen mit Elektroantrieb? Das findet zumindest Volkswagen-Vorstandschef Herbert Diess wenig attraktiv. Die Formel 1 sei aufregender und technisch anspruchsvoller als die elektrische Formel E – wo man doch nur „ein paar Runden in Innenstädten im Spielbetrieb“ fahre.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Diess schrieb diese spöttische Bemerkung als Antwort auf einen Linkedin-Post von Bill Gates, der sich auf der Online-Plattform für eine Forcierung der E-Mobilität aussprach. Der VW-Chef hatte auch gleich einen Lösungsvorschlag: Die Formel 1 könnte durch den Einsatz synthetischer Kraftstoffe, kurz E-Fuels, CO2-neutral werden.

          Dem VW-Chef wird es daher wohl gefallen, dass die Sportwagen-Tochtergesellschaft Porsche in Sachen E-Fuels schon sehr aktiv ist. Dort hat man nicht nur den Motorsport im Blick, sondern die ganze Produktpalette – denn bei Porsche ist man sicher, dass der Verbrennungsmotor noch auf Jahre hinaus viele Anhänger in der Porsche-Kundschaft haben wird.

          Zudem geht es auch um die Porsche-Modelle der vergangenen Jahre und Jahrzehnte: „Wenn man die Bestandsflotte nachhaltig betreiben will, dann sind E-Fuels ein elementarer Bestandteil“, erklärt Porsche-Entwicklungsvorstand Michael Steiner. Porsche habe deswegen ein Team gegründet, das die Arbeit an solchen synthetischen Kraftstoffen vorantreibe. Es gehe darum, nach geeigneten Partnern zu suchen, „die mit uns Pilotanlagen bauen und den Nachweis führen wollen, dass die gesamte Prozesskette funktioniert und industrialisierbar ist“, sagt Steiner.

          Für alternative Kraftstoffe, die als Ersatz für kohlenstoffbasierte Treibstoffe verwendet werden könnten, gibt es viele Ansätze. Im Idealfall sind sie klimaneutral. Eine Pilotanlage, in der aus Luft (CO2) und Ökostrom ein solcher Kraftstoff hergestellt wird, wurde im Herbst am KIT in Karlsruhe in Betrieb genommen.

          Die KIT-Forscher aus jenem Projekt zählen nun zu den wichtigsten Ansprechpartnern für Porsche in der Vorentwicklung eines solchen Kraftstoffs. Gemeinsam mit weiteren Partnern werden Spezifikationen für E-Fuels entwickelt, und die so produzierten Kraftstoffe werden getestet. Auch mit anderen Unternehmen mit gleichem Interesse sowie potentiellen Zulieferern sei man im Gespräch, heißt es bei Porsche.

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