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Autoindustrie : Umweltaktivisten gegen Steuerregeln für Dienstwagen

Dienstwagen werden meist auch zu privaten Zwecken genutzt. Bild: Vario

Rund 2,5 Millionen Deutsche nutzen einen Firmenwagen, meist auch privat. Eine Studie widmet sich den „Dienstwagen auf Abwegen“ und fordert beispielsweise Steuern auf private Kilometer.

          6 Min.

          Das Freiburger Öko-Institut und die Initiative Agora Verkehrswende haben sich mit vielfältiger Kritik an Deutschlands Regeln für Dienstwagen zu Wort gemeldet. Die Studie „Dienstwagen auf Abwegen“ verlangt eine Anhebung der Kosten oder der Steuerlast für diejenigen, die ein Firmenauto auch privat nutzen dürfen.

          Tobias Piller
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zum einen hätten die Nutzer solcher Dienstwagen keinen Anreiz, die privat gefahrenen Kilometer einzuschränken, weil das nötige Benzin vom Arbeitgeber getragen wird. Während das Umweltbundesamt zu diesem Thema vorschlägt, die Benutzung von Tankkarten für Privatfahrten zu verbieten oder eine Zusatzsteuer für Privatkilometer zu verlangen, fordert die Studie des Öko-Instituts für Dienstwagenfahrer die Verpflichtung zum elektronischen Fahrtenbuch, um dann Steuern für privat gefahrene Kilometer zu erheben. Al­ternativ wird als „Minimalvariante“ eine Erhöhung der Pauschalsteuer auf Dienstwagen gefordert. Bisher müssen Nutzer von Dienstwagen monatlich ein Prozent des Bruttopreises eines Dienstwagens als geldwerten Vorteil versteuern; verlangt wird eine Erhöhung der Pauschale auf 1,5 oder 2 Prozent des Autopreises. Im neuen Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP finden sich diese Forderungen allerdings nicht, die Koalitionäre wollen bislang nur die Steuervorteile für Hybrid-Fahrzeuge abschaffen, die kaum elektrisch gefahren werden.

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