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Stickoxide : Wo die Luft besser wird

Potsdam hält den Grenzwert jetzt ein. Bild: dpa

Die Luftqualität in deutschen Städten ist etwas besser geworden. Ob das reicht, um eine Klage gegen Deutschland abzuwenden? Unsere Karte zeigt schon mal, welche Städte die Grenzwerte jetzt einhalten.

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          Kaum ein Tag vergeht, ohne dass über Stickstoffdioxide geredet wird – jene Gase, die besonders aus Diesel-Fahrzeugen strömen, die Atemwege der Menschen reizen und langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können. Jetzt gibt das Umweltbundesamt zumindest ein Stück weit Entwarnung: Die Zahl der Kommunen, in denen der zulässige Grenzwert von 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft überschritten wurde, ging im vergangenen Jahr von 90 auf rund 70 zurück. Allerdings wurde der Grenzwert im Jahresmittel immer noch an 46 Prozent aller Messstationen überschritten, in zwei Dritteln der Fälle sogar deutlich, teilte die Behörde am Donnerstag auf der Grundlage vorläufiger Daten mit.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Besonders groß war die Belastung im vergangenen Jahr demnach in München. Dort wurden im Schnitt 78 Mikrogramm gemessen. Es folgen der bisherige Spitzenreiter Stuttgart mit 73 Mikrogramm und Köln mit 62 Mikrogramm. Es gibt aber auch etliche Städte, die anders als früher wieder eingehalten haben, etwa Dresden, Koblenz, Leipzig, Bremen, Fulda, Kassel, Norderstedt, Würzburg, Marburg und Potsdam. „Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Wir sind aber noch längst nicht am Ziel“, sagte die Präsidentin des Amtes, Maria Krautzberger. Sie sprach sich dafür auf, Dieselautos mit speziellen Abgasreinigungssystemen nachzurüsten. Nur so werde die Gesundheitsbelastung schnell und dauerhaft sinken.

          Gegen derlei kostspielige Umrüstungen aber wehrt sich die Autobranche mit aller Macht. Auf dem Diesel-Gipfel im Sommer vergangenen Jahres versprach sie lediglich Software-Updates und Kaufprämien, wenn Kunden ihre alten Diesel loswerden wollen. Ob es damit getan ist, wird allerdings immer fraglicher. Seit bekannt wurde, dass die Autohersteller die Wirkung von Stickstoffdioxid an Menschen und Affen getestet haben, spielt das Thema auch in den Koalitionsgesprächen eine Rolle. Und dann ist da noch der 22.Februar, der immer näher rückt: An diesem Tag verhandelt das Bundesverwaltungsgericht am Beispiel Düsseldorfs darüber, ob die Städte Fahrverbote verhängen müssen, um die Gesundheit ihrer Bürger zu schützen.

          Gegenwind kommt auch aus Brüssel: Die geschäftsführende Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat noch bis nächste Woche Zeit, EU-Umweltkommissar Karmenu Vella darzulegen, wie sie die Luftqualität in Deutschlands Städten kurzfristig verbessern will. Sonst droht Deutschland eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. Hendricks hat allerdings schon durchblicken lassen, dass rund 20 Städte den Stickstoffdioxid-Grenzwert die Luftgrenzwerte wohl auch bis zum Jahr 2020 nicht schaffen werden.

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