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Modewort „emissionsfrei“ : Die grüne Null

Ein Flugzeug fliegt bei Nürnberg am Vollmond vorbei. Bild: dapd

Emissionsfreie Autos, emissionsfreie Flugzeuge: Alle wollen die grüne Null. Dafür braucht es gute Batterien. Doch die allein retten das Klima auch nicht.

          In der neuen Generation von Topmanagern der Mobilitätsbranche ist ein Wort derzeit groß in Mode: emissionsfrei. Sowohl der gerade ins Amt des Airbus-Chefs gekommene Franzose Guillaume Faury als auch der designierte Vorstandsvorsitzende des deutschen Autokonzerns Daimler, Ola Källenius, wissen genau, was sie ihren Käufern von morgen versprechen müssen, welche heute im Gefolge von Greta für eine andere Klimapolitik auf die Straße gehen. Die grüne Null muss stehen!

          Nun ist es das eine, den Menschen – vor allem durch Strom angetriebene – Transportmittel zu versprechen, die im laufenden Betrieb keine Schadstoffe in ihre unmittelbare Umgebung abgeben. Wobei dieses Ziel für Flugzeuge aufgrund ihres gewaltigen Gewichts weitaus schwieriger zu erreichen sein wird als für Autos.

          Doch selbst angenommen, es würde in absehbarer Zeit eine neue Generation Batterien (genauer: Akkus) entwickelt, die sogar tonnenschwere Jets in die Lüfte heben – dem Weltklima wäre damit allein noch nicht geholfen.

          Denn entscheidend ist auch, woher der Strom stammt, der all die Flugzeuge und Autos speisen soll. Regenerative Quellen decken heute bloß ein Siebtel der in Deutschland verbrauchten Energie ab, große Anstiege sind nicht in Sicht. Müssten die fehlenden Kapazitäten am Ende gar mit zugekauftem Kohlestrom aus dem Ausland aufgefüllt werden, würden alle Anstrengungen ad absurdum geführt.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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