https://www.faz.net/-gqe-9ox1c

Mexiko : VW stellt Produktion des Beetle mit Festakt ein

  • Aktualisiert am

Der letzte Beetle rollt in einem VW-Werk in Mexiko vom Band. Bild: Reuters

In Mexiko ist der letzte VW Beetle vom Band gerollt. Zum Abschied feierten die Mitarbeiters des Werks in Puebla ein Fest. Dort wurden in fast vier Jahrzehnten Millionen Modelle des Autos und seines Kult-Vorgängers produziert.

          Das Kultauto Käfer wird schon seit 16 Jahren nicht mehr gebaut – und nun ist auch Schluss für seinen Nachfolger, den VW Beetle. Das letzte neugebaute Exemplar lief am Mittwoch im Volkswagen-Werk im mexikanischen Bundesstaat Puebla vom Band. Dort wurde die Einstellung der Produktion mit einer Feier begangen. „Mit dem Volkswagen Beetle schließt Volkswagen de México ein sehr wichtiges und erfolgreiches Kapitel seiner Geschichte“, teilte die Tochterfirma des Wolfsburger Konzerns mit.

          Mexikanische VW-Mitarbeiter verabschiedeten das Modell mit gelben T-Shirts, auf denen „Gracias, Beetle“ oder „#ByeBye Beetle“ stand. Eine Mariachi-Band sang den mexikanischen Klassiker „Cielito Lindo“, während der letzte neue Beetle in der Farbe „Stonewash-Blau“ durch einen Konfetti-Regen in einer Halle des Werks in Puebla gefahren wurde. Der Wagen soll in einem Museum ausgestellt werden.

          Volkswagen hatte im vergangenen Jahr eine „Final Edition“ des Beetle und den anschließenden Produktionsstopp angekündigt. Die amerikanische Tochtergesellschaft des Konzerns erklärte damals, sie wandle sich zu einem familienorientierten Autohersteller und treibe die Entwicklung von Elektroautos voran. Daher gebe es keine Pläne, den Beetle zu ersetzen. „Sage niemals nie“, hieß es allerdings vom damaligen Chef von Volkswagen of America, Hinrich Woebcken.

          Schick schick! Dieser Käfer hat sich mal so richtig in Schale geworfen und trägt eine traditionelle mexikanische Tracht. Bilderstrecke

          Der Beetle war seit 1997 in Puebla gebaut worden. Er verkaufte sich zunächst in den Vereinigten Staaten gut, kam in seinen verschiedenen Ausführungen aber nie an die Popularität des ursprünglichen VW-Käfers heran. Der Zweitürer, der optisch an das Original erinnerte, den Motor aber vorne statt im Heck hatte, wurde nach Konzernangaben rund 1,7 Millionen Mal verkauft. Die VW-Modelle Tiguan, Jetta, Golf und Golf Variant werden weiterhin in Puebla hergestellt. Der Käfer wurde dort fast 40 Jahre lang gebaut.

          900.000 Menschen in Mexiko in der Automobilindustrie beschäftigt

          Er war ein Kultauto des 20. Jahrhunderts und auch ein Symbol des deutschen Wirtschaftswunders. Überall auf der Welt fand der robuste Wagen mit dem luftgekühlten Boxer-Motor im Heck Freunde. Als „Herbie“ wurde er sogar zum Filmstar. Bis 1985 wurde der Käfer in Deutschland verkauft, wegen seiner Beliebtheit aber noch lange aus Mexiko importiert. Erst 2003 wurde die Produktion dort endgültig eingestellt. Insgesamt liefen über die Jahrzehnte 21,5 Millionen Käfer vom Band.

          Der Kultwagen ist in Mexiko noch immer äußerst beliebt. Käfer-Taxis prägten jahrzehntelang das Straßenbild von Mexiko-Stadt. Die letzten Lizenzen für den „Vocho“ liefen 2012 aus. In den Hügeln hoch über der Hauptstadt des lateinamerikanischen Nachbars der Vereinigten Staaten beherrscht der klassische Käfer aber noch immer das Straßenbild. Die Taxifahrer dort ziehen ihn neueren Autos vor, weil er die steilen Gassen besser bewältigt.

          Mexiko gilt wegen günstiger Löhne, relativ gut ausgebildeter Arbeitskräfte und einer soliden Infrastruktur für deutsche Autobauer als attraktiver Produktionsstandort. Das VW-Werk in Puebla ist eines der größten des Konzerns weltweit. Rund 900.000 Menschen sind in Mexiko in der Automobilindustrie beschäftigt.

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Topmeldungen

          AKK in Jordanien : Eine Ministerin lässt sich beeindrucken

          Annegret Kramp-Karrenbauer besucht die Tornado-Flieger in der jordanischen Wüste. Dabei betritt die Verteidigungsministerin eine Welt, die fern vom deutschen Alltag liegt – und doch eine ganze Menge mit ihm zu tun hat.

          Sicherer Finanzplatz gesucht : Peking plant Alternative zum umkämpften Hongkong

          Angesichts fast täglicher Demonstrationen steigt die Angst vor einem wirtschaftlichen Einbruch Hongkongs. Chinas Regierung will daher Shenzhen zum neuen internationalen Finanzplatz ausbauen, um Investoren nach Festlandchina zu locken.

          Innenminister Salvini : Geschwächt, nicht geschlagen

          Innenminister Matteo Salvini geht es nicht um die Sache, sondern um die Macht. Mag sein, dass er sich über- und seine Gegner unterschätzt hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.