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Mehr Bewerber, viele Abbrecher : Noch immer zu wenig Lokführer

  • Aktualisiert am

Lokführer werden verzweifelt gesucht Bild: dpa

Lokführer dringend gesucht - diese Parole geben die Eisenbahnunternehmen seit mehreren Jahren aus. Tatsächlich ist die Zahl der Bewerber auf den anspruchsvollen Job gestiegen, aber noch zu viele scheitern an der lernintensiven Ausbildung.

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          Trotz gestiegener Bewerberzahlen gibt es in Nordrhein-Westfalen weiterhin nicht überall ausreichend Lokführer. Während es in Ballungsgebieten zunehmend gut klappe, frei werdende Stellen zu besetzen, sei es in ländlichen Regionen oft noch schwierig, sagte Barbara Tünnemann, Sprecherin der Initiative „Fokus Bahn NRW“, der Deutschen Presse-Agentur. Das unternehmensübergreifende Landesprogramm gegen den erheblichen Nachwuchsmangel wurde 2019 ins Leben gerufen. Seither sei zwar die Zahl der Interessenten für den Beruf deutlich gestiegen. Den Bedarf zu decken, erfordere aber weiter große Anstrengungen. In den kommenden vier Jahren gehen allein 1200 Lokführer in den Ruhestand. Eine Zunahme des Zugverkehrs sowie häufige Betreiberwechsel verschärfen den Bedarf.

          2020 standen nach Angaben von „Fokus Bahn NRW“ ausreichend qualifizierte Bewerber für 650 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Außerdem sei auch durch die Corona-Krise das Interesse potenzieller Quereinsteiger in den Beruf noch mal deutlich gewachsen: Seit Sommer gehen über ein gemeinsames Online-Portal der Eisenbahnunternehmen etwa 400 Bewerbungen monatlich ein. Rund 84 Prozent der Bewerber haben einen Berufsabschluss, „nicht selten auch aus der Veranstaltungs- oder Tourismusbranche“, sagte Tünnemann. Viele verspürten offenbar Druck, sich neu zu orientieren. Auch die Zahl weiblicher Bewerber sei angestiegen.

          Hohe Bewerberzahlen bedeuten aber noch nicht automatisch eine Entspannung der Lage: Die Erfahrung aus 2019 zeige, dass zu viele die Ausbildung nicht zu Ende bringen: Rund 350 von ursprünglich 600 in 2019 gestarteten Lokführer-Anwärtern haben den Lehrgang erfolgreich absolviert. „Ein wichtiges Ziel ist es nun, die hohen Abbruch- und Durchfallquoten zu senken“, sagte Tünnemann. Dazu arbeite man an Mentorenprogrammen und an einer Verbesserung des Auswahlprozesses: „Wir müssen von Anfang an deutlich machen, dass es um eine anspruchsvolle Ausbildung für einen verantwortungsvollen Beruf geht“, sagte sie. „Manche denken, dass sei, wie mal eben einen zusätzlichen Führerschein zu machen. Doch es ist sehr lernintensiv“, sagte sie.

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