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Streit um die Maut : Tirol schickt Fahrzeuge zurück auf die Autobahn

  • Aktualisiert am

Österreichische Beamte kontrollieren einen PKW mit Italien-Sticker auf einer Bundesstraße in der Nähe Innsbruck. Bild: dpa

Österreichs Polizei hat tausende Fahrzeuge aus dem In- und Ausland zurück auf die Autobahn gelenkt. Die Dörfer seien verstopft vom Verkehr. Es wird sogar über eine Ausweitung nachgedacht.

          Bei den neuen Tiroler Fahrverboten haben Beamte am Wochenende an Autobahnausfahrten im Raum Innsbruck mehr als tausend Fahrzeuge kontrolliert und sie anschließend zurück auf die Autobahn geschickt. Durchfahren durften nur Anwohner und Touristen mit einem Ziel in der Umgebung. „Wir verzeichnen bereits eine deutlich spürbare Entlastung in den betroffenen Tiroler Gemeinden“, zog Landeshauptmann Günther Platter am Sonntag Bilanz.

          Mit der Maßnahme will das Land Tirol verhindern, dass Autofahrer bei Stau oder zur Umgehung der Maut auf Nebenstrecken durch die immer stärker belasteten Dörfer ausweichen. „Wir schützen damit unsere Bevölkerung und Gäste vor Ort, während Durchreisende ihren Weg auf der dafür vorgesehenen Route fortsetzen können“, sagte Platter. In- und Ausländer müssten sich gleichermaßen an die Verbote halten. „Wenn Dörfer vom Ausweichverkehr derart verstopft sind, dass nicht einmal mehr für Einsatzkräfte ein Durchkommen ist, dann ist Handeln gefragt – wir lassen nicht leere Versprechungen, sondern konkrete Taten sprechen.“

          Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte im „Münchner Merkur“ das Vorgehen Tirols scharf kritisiert. Die Maßnahme erschwere massiv die Reisefreiheit in der EU. Er forderte eine Klage gegen die Nachbarn. Trotzdem hat Platter bereits eine mögliche Ausweitung der Fahrverbote auf die Bezirke Kufstein und Reutte angekündigt.

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