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Materialmangel verschärft sich : Renault produziert eine halbe Million Autos weniger

Renault-Fabrik in Maubeuge in Nordfrankreich Bild: EPA

Vorprodukte wie Halbleiter bleiben knapp und schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Renault wird deshalb noch weniger Autos in diesem Jahr produzieren können. Dennoch hält das Unternehmen an seinen Zielen fest.

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          Der Materialmangel macht Renault schwer zu schaffen. Den dadurch verursachten Produktionsausfall schätzt der Autokonzern mit Sitz in Boulogne-Billancourt bei Paris allein für das abgeschlossene Sommerquartal auf 170.000 Fahrzeuge. Insgesamt dürften wegen fehlender Halbleiter und anderer Komponenten in diesem Jahr etwa eine halbe Million weniger Autos vom Band gehen, teilte Renault am Freitag mit.

          Niklas Záboji
          Wirtschaftskorrespondent in Paris

          Das wäre nochmal deutlich mehr als das im Juli prognostizierte Minus von 200.000. Genaue Produktionsziele gibt der Konzern nicht bekannt. Doch er macht keinen Hehl daraus, dass die Einbußen herb sind. Das zeigt der Vergleich zum Vorjahreszeitraum: Rund 600.000 Autos produzierte Renault in den Monaten Juli, August und September dieses Jahres. Das sind 22,3 Prozent weniger als in den Monaten Juli, August und September des Vorjahres.

          Die Einbußen in Europa sind besonders groß. Hier erwirtschaftet Renault etwas mehr als die Hälfte seines Umsatzes. Während das Produktionsminus in Europa rund 26 Prozent betrug, ging es international „nur“ um 17 Prozent runter. Schnell bessern dürfte sich die Versorgungslage nicht. Einer Konzernsprecherin zufolge fahre man bis Ende des Jahres mit „reduzierter Sicht“, die Materialbeschaffung bleibe „angespannt“.

          Konzentration auf die profitabelsten Modelle

          Der Umsatz von Renault schrumpfte nicht ganz so stark wie die Produktion, aber ebenfalls deutlich. Mit 9 Milliarden Euro lag er im dritten Quartal rund 13 Prozent unter dem Vorjahreswert. Doch Materialmangel hin oder her, an seinem Margenziel hält der Konzern fest. Diese soll im Gesamtjahr in derselben Größenordnung bleiben wie im ersten Halbjahr. Auch strebt Renault für sein Autogeschäft unverändert einen positiven operativen Free Cashflow an. Die europäischen CO2-Ziele glaubt man ebenfalls einhalten zu können.

          Eine Antwort auf die Materialkrise besteht für Renault darin, sich auf die Herstellung der profitabelsten Modelle zu konzentrieren, eine andere in noch mehr Effizienz in der Produktion. „Die Maßnahmen zur weiteren Kostensenkung und Maximierung des Werts unserer Produktion ermöglichen es uns, unsere Jahresprognose trotz der Verschlechterung der Komponentenverfügbarkeit im dritten Quartal und der reduzierten Sicht für das vierte Quartal zu bestätigen“, sagte Clotilde Delbos, Finanzvorstand der Renault-Gruppe am Freitag.

          RENAULT

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          Anleger hatten die schwachen Produktionszahlen offenbar schon einkalkuliert. Die im französischen Leitindex CAC40 gelistete Renault-Aktie notierte am Freitag im frühen Handel nur leicht im Minus. Seit März hat mit rund 25 Prozent allerdings deutlich an Wert verloren. Neun von 23 von Bloomberg befragten Analysten raten derzeit zum Kauf der Renault-Aktie, zehn plädieren für „Halten“, vier raten zum Verkauf.

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