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Manipulationsverdacht : Daimler muss 60.000 Dieselautos zurückrufen

  • Aktualisiert am

Ein Mercedes GLK 220 CDI Bild: dpa

Der Verdacht wurde schon im April publik, jetzt ordnet das Kraftfahrt-Bundesamt einen Rückruf an: In einem SUV-Modell soll eine illegale Abschaltvorrichtung eingesetzt worden sein.

          Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat am Freitag einen amtlichen Rückruf von rund 60.000 Dieselautos des Modells Mercedes-Benz GLK 220 CDI angeordnet. Ein Sprecher des Daimler-Konzerns bestätigte am Samstag auf Anfrage einen entsprechenden Bericht der Zeitung „Bild am Sonntag“. Demnach soll der Autobauer bei diesem Diesel-Sportgeländewagen der Euro-5-Abgasnorm eine illegale Abschaltvorrichtung zur Abgasmanipulation eingesetzt haben. Daimler bestreitet dies. Man wolle sich juristisch gegen den Betrugsvorwurf wehren, sagte der Sprecher.

          Laut dem Bericht will das KBA die Ermittlungen gegen Daimler ausweiten, weil sich die angebliche Betrugssoftware noch in vielen weiteren Modellen befinden könnte. Insgesamt könnten mehr als 700.000 Fahrzeugen betroffen sein.

          Schon länger im Visier

          Bei der umstritten Softwarefunktion handelt es sich dem Artikel zufolge um eine sogenannte „Kühlmittel-Solltemperatur-Regelung“. Sie hält den Kühlmittelkreislauf künstlich kälter, verzögert die Aufwärmung des Motoröls und sorgt so dafür, dass beim gesetzlichen Prüfzyklus der Grenzwert für Stickoxide von 180 Milligramm pro Kilometer eingehalten wird. Im Straßenbetrieb werde die Funktion dagegen deaktiviert und der Grenzwert überschritten, schreibt das Blatt. Ähnliche Softwarefunktionen hatten auch bei dem Abgasskandal von Volkswagen eine Rolle gespielt.

          Daimler ist bereits seit längerem im Visier der Behörde. Im Frühjahr hatte das KBA ein Anhörungsverfahren gegen den Autobauer wegen des Verdachts auf eine „unzulässige Abschaltvorrichtung“ eingeleitet. Das Amt ist bereits im Herbst 2018 auf die umstrittene Software-Funktion bei dem Motor OM 651 gestoßen.

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