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Manipulations-Software : VW prüft Abgas-Klage gegen Bosch

Kommt es zum Rechtsstreit zwischen Bosch und Volkswagen? Bild: dpa

Die Dieselaffäre kommt Volkswagen teuer zu stehen. Das Unternehmen prüft, ob es sich einen Teil der Kosten von Bosch zurückholen kann. Der Zulieferer kann sich eine Klage „nicht vorstellen“.

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          Die Juristen von Volkswagen prüfen im Zusammenhang mit dem Abgasskandal um manipulierte Motorensoftware bei Dieselautos auch Schadensersatzansprüche gegen den Automobilzulieferer Bosch. Bosch hatte VW die Grundversion der Software geliefert, die in großem Stil zur Manipulation von Abgaswerten genutzt wurde. Der Zulieferer geriet deshalb ebenfalls ins Visier der Justiz.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Die Prüfung eventueller Schadensersatzansprüche sei deswegen normales juristisches Geschäft, erfuhr die F.A.Z. am Freitag aus Unternehmenskreisen in Wolfsburg. Offiziell ließ Volkswagen über einen Sprecher nur verbreiten: „Wir verweisen darauf, dass wir uns zu Fragen, die etwaige interne vertrauliche Vorgänge betreffen könnten, nicht äußern.“

          Klage unvorstellbar

          VW sehe seinen Zulieferer in der Mitverantwortung für entstandene Schäden, hatte zuvor das Magazin „Spiegel“ ebenfalls unter Berufung auf Konzernkreise berichtete. Der Skandal hat die Bilanz von VW schon mit mehr als 28 Milliarden Euro belastet – den weitaus größten Teil davon als Straf- und Entschädigungszahlungen in den Vereinigten Staaten. Dem Magazin zufolge bereitete VW schon Ende 2018 eine Klage gegen Bosch vor. Inzwischen vereinbarten die Konzerne demnach eine Frist bis Ende März, bis dahin wollten beide Unternehmen über das weitere Vorgehen entscheiden.

          In einer Erklärung von Bosch hieß es: „Bosch und Volkswagen verbindet ein jahrzehntelanges Hersteller-Lieferanten-Verhältnis. Wir können uns eine solche Klage gegen Bosch nicht vorstellen.“ Der Automobilzulieferer hatte zuletzt im Januar Vergleiche mit Zivilklägern und Behörden in den Vereinigten Staaten abgeschlossen, da Bosch Motorsteuerkomponenten an sämtliche Autokonzerne lieferte, die in den Vereinigten Staaten Verfahren wegen zu hoher Abgaswerte haben.

          VW hatte im September 2015 auf Druck der amerikanischen Umweltbehörden zugegeben, in großem Stil bei der Abgasreinigung von Dieselmotoren betrogen zu haben. Der Konzern hat nach einem Schuldeingeständnis und einem Vergleich mit den amerikanischen Behörden die rechtlichen Konsequenzen in Nordamerika weitgehend abgearbeitet.

          In Deutschland, wo unter anderem Anleger und Käufer gegen das Unternehmen klagen, dürfte der juristische Streit erst in einigen Jahren abgeschlossen sein. Vor dem Oberlandesgericht in Braunschweig laufen sowohl Musterklagen von Anlegern wie von Kunden gegen VW. Zudem ermitteln die Braunschweiger Staatsanwälte gegen zahlreiche Beschuldigte wegen der Verantwortung für die Abgasmanipulationen. Eine Entscheidung darüber, gegen wen Anklage erhoben wird, wird in diesem Jahr erwartet.

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