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Kraftfahrtbundesamt : Dieselaffäre weitet sich auf eine Million Daimler-Autos aus

  • Aktualisiert am

Daimler gerät im Dieselskandal weiter unter Druck. Bild: Reuters

Die Behörde vermutet, dass auch an neueren Dieselmodellen des Stuttgarter Autobauers gepfuscht wurde. Wie groß ist das Ausmaß der Manipulation wirklich?

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          Daimler gerät im Dieselskandal einem Medienbericht zufolge weiter unter Druck. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) habe inzwischen fünf „unzulässige Abschaltfunktionen“ bei Daimler-Modellen entdeckt, berichte die „Bild am Sonntag“ vorab. Die Behörde gehe dem Verdacht nach, dass diese Software-Funktionen auch in einem Großteil der neueren Diesel-Flotte (Euro 6) zum Einsatz kamen und fast eine Million Fahrzeuge betroffen sind.

          Daimler wollte sich am Samstagabend nicht zu dem Bericht äußern. „Kein Kommentar“, sagte ein Sprecher. Daimler arbeite allerdings vollumfänglich und transparent mit dem KBA und dem Bundesverkehrsministerium zusammen. Der Sprecher bekräftigte zudem, Daimler widerspreche, wenn das KBA meine, es handele sich um eine unzulässige Abschalteinrichtung.

          Die Blatt schrieb, Daimler nutze wie andere Hersteller eine Harnstofflösung zur Abgas-Reinigung. Allerdings verschlechtere sich laut KBA der Wirkungsgrad ohne erklärbaren Grund, sobald der Motor nach dem Start 17,6 Gramm Stickoxide ausgestoßen habe. Bei einer anderen Softwarefunktion wechsele die Motorsteuerung nach 1200 Sekunden – bei neueren Modellen 2000 Sekunden – in den schmutzigen Abgas-Modus.

          Daimler-Chef Dieter Zetsche soll an diesem Montag wiederholt im Bundesverkehrsministerium vorsprechen und Klarheit über das Ausmaß des mutmaßlichen Dieselabgasskandals bei Mercedes schaffen. Anfang Juni hatte der „Spiegel“ berichtet, Daimler drohe im Dieselskandal eine Milliarden-Strafe.

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