https://www.faz.net/-gqe-8b5cz
Frank-Holger Appel (hap.)

Kommentar : Volkswagen mit Schleudertrauma

  • -Aktualisiert am

Der CO-2-Skandal von VW löst sich in Luft auf. Das ist gut für Kunden und Aktionäre. Zweifel an der Unternehmenskultur bleiben.

          1 Min.

          Volkswagen ist jeden Tag für eine Überraschung gut. Nun stellt sich heraus, dass nicht 800.000 Autos mit falschen Abgaswerten zertifiziert wurden, sondern höchstens 36.000. Selbst das ist noch nicht sicher, es laufen weitere Prüfungen, denn auf die Werte wirken Dutzende Parameter ein. Allerdings sind in Wolfsburg bekanntlich nicht nur Amateure beschäftigt.

          Dass der seit Jahrzehnten mit dem Fahrzeugbau vertraute Konzern über das alltägliche Zulassungsprocedere derart ins Schlingern gerät, weckt Zweifel an der Unternehmenskultur.

          Welches Verständnis von Eigeninitiative, Entscheidungsfreude, Fehlerbewusstsein und Verantwortungsgefühl ist unter der bisherigen Führung entstanden? Eine neue Ausrichtung scheint dringend geboten.

          Für Kunden und Aktionäre ist die neue Lage indes erfreulich. Von dem auch von interessierter Stelle wie den semiprofessionellen Krawallmachern der Deutschen Umwelthilfe zusätzlich angeheizten Skandal bleibt immer weniger übrig. Die meisten Autos können weiterfahren, es drohen keine Steuernachzahlungen, und die Rückstellungen werden wohl locker reichen. Was fehlt, ist eine Lösung in Amerika. Die ist schwieriger und finanziell unverändert bedrohlich.

           

           

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Weitere Themen

          Preisrekorde gefährden Green Deal

          Energie : Preisrekorde gefährden Green Deal

          Strom und Gas sind so teuer wie lange nicht. Für die EU-Kommission kommt das zur Unzeit – und einige Länder haben schon Notfallpläne verabschiedet.

          Topmeldungen

          Hans-Georg Maaßen trifft Thilo Sarrazin (r), früheres SPD-Mitglied und Politiker, bei einer Wahlkampfveranstaltung im Saal Simson des Congress Centrum Suhl.

          Maaßen und Sarrazin : Wahlkampf der alten Männer

          In Suhl diskutiert CDU-Kandidat Hans-Georg Maaßen mit dem früheren SPD-Mitglied Thilo Sarrazin. Dabei geht es weniger um Inhalte und vielmehr um die persönliche Kränkung der beiden.
          SPD-Dynastie: Familie Siebel im „stadtbauraum“, einer Veranstaltungsstätte  am früheren Kohleschacht Oberschuir in Gelsenkirchen.

          Politische Prägung : Wählen wie die Eltern

          Welcher Partei wir bei einer Wahl unsere Stimme geben, hängt auch mit der Prägung durch das Elternhaus zusammen. Oder gerade nicht? Drei Ortsbesuche.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.