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Kommentar : Volkswagen mit Schleudertrauma

  • -Aktualisiert am

Der CO-2-Skandal von VW löst sich in Luft auf. Das ist gut für Kunden und Aktionäre. Zweifel an der Unternehmenskultur bleiben.

          Volkswagen ist jeden Tag für eine Überraschung gut. Nun stellt sich heraus, dass nicht 800.000 Autos mit falschen Abgaswerten zertifiziert wurden, sondern höchstens 36.000. Selbst das ist noch nicht sicher, es laufen weitere Prüfungen, denn auf die Werte wirken Dutzende Parameter ein. Allerdings sind in Wolfsburg bekanntlich nicht nur Amateure beschäftigt.

          Dass der seit Jahrzehnten mit dem Fahrzeugbau vertraute Konzern über das alltägliche Zulassungsprocedere derart ins Schlingern gerät, weckt Zweifel an der Unternehmenskultur.

          Welches Verständnis von Eigeninitiative, Entscheidungsfreude, Fehlerbewusstsein und Verantwortungsgefühl ist unter der bisherigen Führung entstanden? Eine neue Ausrichtung scheint dringend geboten.

          Für Kunden und Aktionäre ist die neue Lage indes erfreulich. Von dem auch von interessierter Stelle wie den semiprofessionellen Krawallmachern der Deutschen Umwelthilfe zusätzlich angeheizten Skandal bleibt immer weniger übrig. Die meisten Autos können weiterfahren, es drohen keine Steuernachzahlungen, und die Rückstellungen werden wohl locker reichen. Was fehlt, ist eine Lösung in Amerika. Die ist schwieriger und finanziell unverändert bedrohlich.

           

           

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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