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Kommentar : Unschuld von Wolfsburg

  • -Aktualisiert am

Die IG Metall, allen voran VW-Statthalter Osterloh, ist nicht die Unschuld von Wolfsburg. Sie ist Teil eines Systems, das nicht zum ersten Mal versagt hat.

          Welche Rolle spielt eigentlich die Arbeitnehmerseite im Diesel-skandal? Schließlich sichert das VW-Gesetz nicht nur der Landespolitik, sondern auch den Gewerkschaften, sprich der IG Metall, eine einzigartige Macht bei Volkswagen. Die Gewerkschaftsvertreter im Aufsichtsrat entscheiden mit, wo VW Autos baut, gegen ihren Willen kann der Konzern keine Fabrik öffnen oder schließen. Diese Vetoposition nutzt der Betriebsrat seit je aus, um die Stammbelegschaft überdurchschnittlich abzusichern - bisweilen auch zur persönlichen Bereicherung, man denke an den Lustreisen-Prozess vor zehn Jahren.

          Auch ohne solche Exzesse kostet die Mitbestimmung VW im Wettbewerb Beweglichkeit und verteuert das Personal - Nachteile, die zu besonderer Findigkeit an anderer Stelle zwingen. Gar zum Abgasbetrug? Die IG Metall will mitbestimmen, aber nicht mithaften. Ihr Vorsitzender Wetzel weist jede Verantwortung zurück: „Wir zahlen nicht für Eure Krise.“ Weder die Putzfrau noch der Bandarbeiter hätten das bei VW zu verantworten. Doch die Gewerkschaft, allen voran ihr VW-Statthalter Osterloh, ist nicht die Unschuld von Wolfsburg. Sie ist Teil eines Systems, das nicht zum ersten Mal versagt hat.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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