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Kommentar : Elektrodiktat aus Brüssel

  • -Aktualisiert am

Wer hat in diesen Zeiten schon Mitleid mit der von der Diesel-Affäre erschütterten Automobilbranche? Falsch ist die Quote dennoch.

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          An schlechten Nachrichten herrscht für die deutsche Autoindustrie kein Mangel. Nun macht auch noch die Europäische Kommission Ernst und will die Hersteller – entgegen allen Dementis aus dem Sommer – auf die Einhaltung einer Elektroquote verpflichten. 15 bis 20 Prozent der Neuwagen in Europa sollen 2030 mit einem Elektromotor oder einem anderen emissionsfreien Antrieb ausgestattet sein.

          Die Kommission will damit ein starkes Signal an den Markt senden, in die Entwicklung der nötigen Technik, allen voran der Batterien, zu investieren. Parallel will die Brüsseler Behörde konkrete Projekte finanziell fördern. Nicht nur bei den Klimaschutzdogmatikern wird sie damit auf begeisterte Zustimmung stoßen. Wer hat in diesen Zeiten schon Mitleid mit der von der Diesel-Affäre erschütterten Automobilbranche?

          Falsch ist die Quote dennoch. Wieder einmal verfällt die Kommission der Versuchung einer planwirtschaftlichen Klimapolitik. Richtig ist: Wenn die EU den CO2-Ausstoß wie zugesagt bis 2030 um 40 Prozent senken will, muss sie den Ausstoß im Verkehr stark senken. An der Elektromobilität führt dabei für die Autobranche kein Weg vorbei – auch ganz ohne Diktat aus Brüssel.

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

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