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Der BER ist fertig : Ein Wunder zur Unzeit

Endlich fertig: Der neue Hauptstadtflughafen BER Bild: EPA

Der neue Hauptstadtflughafen nimmt den Betrieb auf – 14 Jahre nach dem ersten Spatenstich und neun Jahre nach Plan. Die Liste der Lehren aus dem Desaster ist lang.

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          Dreißig Jahre nach der deutschen Vereinigung, 28 Jahre nach dem Beginn der ersten Planungen, 14 Jahre nach dem ersten Spatenstich und neun Jahre nach der einmal geplanten Eröffnung werden an diesem Samstag die ersten Flugzeuge auf dem neuen Hauptstadtflughafen landen. Der BER ist fertig. Schnell werden sich Selbstzweifel und Scham, die mit dem Vorhaben untrennbar verbunden sind, mischen mit Genugtuung – oder auf Berlinerisch: Geht doch. Das größte Infrastrukturprojekt auf (ost-)deutschem Boden wird, wenn alles glatt läuft, bald nicht mehr Gegenstand der Häme aus allen Himmelsrichtungen sein, sondern Basis für die Mobilität von Millionen, Arbeitgeber für Tausende, Antrieb für Wirtschaftsansiedlungen in der ganzen Region.

          Partystimmung kommt dennoch nicht auf, und das liegt nicht nur an den verschärften Corona-Beschränkungen. Denn in der Gegenwart des BER dominiert die Vergangenheit noch die Zukunft. Hohn und Spott über Pannen und Pech mussten die Mitarbeiter und die häufig wechselnden Geschäftsführer der Flughafengesellschaft zur Genüge ertragen. Über Planungs-, Organisations- und Aufsichtsfehler wurde über Jahre ausführlich diskutiert. Das Gütesiegel „Made in Germany“ wurde am Beispiel BER im In- und Ausland zum Mängelsiegel abgewertet – exemplarisch illustriert an der fehlerhaften Brandschutzanlage, an der die Einweihung im Juni 2012 spektakulär gescheitert war.

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