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Absage an VDA : Klimaaktivisten wollen nicht mit Autoindustrie reden

Besucher auf der IAA 2017 Bild: dpa

Das Bündnis „Sand im Getriebe“ hat eine Gesprächseinladung abgelehnt und kündigt an, den Zugang zur IAA zu blockieren. Andere Organisationen wollen diskutieren, aber nur unter Bedingungen.

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          Der Versuch der deutschen Autobranche ist teilweise gescheitert, zur Internationalen Automobil-Ausstellung im September mit Klima- und Verkehrswendeaktivisten in einen Dialog zu treten. Wie das Bündnis „Sand im Getriebe“ mitteilte, lehnt es eine Einladung des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) zu einer Debatte rund um die Automesse in Frankfurt ab. „Wir können nicht auf ein Gesprächsangebot eingehen, bei dem nicht konkret der schnelle Wandel hin zu klima- und menschenfreundlichem Verkehr im Mittelpunkt steht“, ließ sich eine Sprecherin des Bündnisses in der Mitteilung zitieren.

          Autos müssten in den Städten Platz machen für öffentlichen Personennahverkehr, Radverkehr und Fußgänger, die Autobranche müsse schrumpfen, heißt es in der Mitteilung von „Sand im Getriebe“ weiter. „Wenn die Automobilindustrie also bereit ist, ihre Produktion von Autos auf Bahnen oder Fahrräder umzustellen, sprechen wir gern darüber, wie eine solche Konversion sozial und ökologisch organisiert werden kann.“

          Blockade am Rande der IAA?

          Hinter dem Bündnis stehen nach eigenen Angaben verschiedene klima- und verkehrspolitische Gruppen. Wie berichtet, will „Sand im Getriebe“ am ersten Messe-Sonntag, dem 15. September, mit zivilem Ungehorsam den Zugang zur Automesse friedlich blockieren. Die Sprecherin sagte, sie erwarte, dass sich mehrere Hundert Menschen an diesem Protest beteiligen werden.

          Während der kleinere Teil der Kritiker nicht mit dem VDA sprechen will, zeigt sich der Trägerkreis einer zur IAA angesetzten Großdemonstration dazu bereit – allerdings unter Bedingungen. Die Organisatoren des „#Aussteigen“-Protestes, zu denen Greenpeace, die Deutsche Umwelthilfe und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland zählen, wünsche sich, dass die Diskussion „einer gesamten Öffentlichkeit demokratisch, inklusiv und ohne Eintritt frei zugänglich sein wird“, heißt es in einer E-Mail an den VDA-Präsidenten Bernhard Mattes.

          Die Veranstaltung solle daher an einem zentralen und neutralen Ort in Frankfurt stattfinden. Wegen der für den 14.September angemeldeten Großdemonstration könne eine solche Veranstaltung allerdings nur vor dem 7. September stattfinden, also noch vor Beginn der Automesse. Ein Vorgespräch dazu solle schon in der laufenden Woche stattfinden.

          Der VDA teilte derweil am Montagnachmittag mit, er bedauere es, wenn sich einzelne Gruppierungen dem Dialog entzögen. „Unsere Bereitschaft, mit Kritikern zu sprechen, bleibt davon unberührt“, ließ sich VDA-Präsident Mattes in einer Stellungnahme zitieren. „Wir freuen uns über jeden, der sich mit uns an einen Tisch setzt und über Lösungen diskutiert, die die Belange aller Menschen in unserer Gesellschaft einbezieht. Bei dem Ziel, für eine nachhaltige Mobilität und wirksamen Klimaschutz zu sorgen, sind wir vielleicht näher beieinander, als viele denken.“ Der VDA sei davon überzeugt, dass individuelle, nachhaltige Mobilität und Klimaschutz nicht im Widerspruch zueinander stünden.

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