https://www.faz.net/-gqe-9obe3

Vor Autogipfel im Kanzleramt : Altmaier will Elektro-Weltmeister werden

  • Aktualisiert am

Vor dem Spitzengespräch zu Verkehr und Klimaschutz im März 2019 demonstrierten Aktivisten von Greenpeace für eine schnellere Verkehrswende. Bild: dpa

Am Montagabend steigt im Kanzleramt der nächste Autogipfel. Altmaier fordert deshalb mehr Zusammenarbeit der Autohersteller, Gewerkschafter sind für ein Kurzarbeitergeld – und die CDU arbeitet an einem neuen Mobilitätskonzept.

          Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will Deutschland und Europa beim Bau von Elektroautos international vorne sehen. „Es wird nur eine Lösung geben, wenn wir auch Weltmeister werden im Bau von umweltfreundlichen, nachhaltigen Fahrzeugen, mit denen wir unsere CO2-Klimaziele erreichen können“, sagte der CDU-Politiker am Montag im ARD-„Morgenmagazin“ vor einem Spitzentreffen zur Zukunft der Mobilität in Berlin.

          Man müsse dafür sorgen, dass die neue Wertschöpfung, die mit Elektroautos verbunden sei, in Deutschland stattfinde. Regierungschefin Angela Merkel (CDU), mehrere Minister und die Spitzen von Union und SPD wollen am Montagabend mit Managern der Autokonzerne und Gewerkschaftern zusammenkommen.

          „Es wird einen Riesenbedarf an elektrischen Batterien geben, die kommen derzeit alle aus Japan, Korea und aus China“, so Altmaier weiter. „Wir müssen den Ehrgeiz haben, die besten Batterien der Welt in Deutschland und Europa zu bauen. Der Wirtschaftsminister verwies auf seine Initiative zur Batteriezellfertigung. „Ein Konsortium um Opel, Peugeot und die Total-Tochter Saft hat sich bereits gebildet, zwei weitere stehen kurz davor, sich für den Aufbau von Batterieproduktionsstätten zu entscheiden“, sagte Altmaier der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.

          Mehr Zusammenarbeit

          Zudem forderte der Wirtschaftsminister mehr Zusammenarbeit unter den deutschen Herstellern. „Wenn BMW und Daimler ihre Carsharing-Aktivitäten zusammenführen, kann das nur ein erster Schritt sein“, sagte der CDU-Politiker. So vermeldeten die Unternehmen etwa beim Autonomen Fahren „ermutigende Fortschritte – allerdings jeder für sich“, sagte Altmaier: „Stärkere Kooperationen würden die Chance erhöhen, dass im Wettlauf mit Firmen aus China und den USA am Ende deutsche Unternehmen die Nase vorne haben. Wir müssen unsere Schlagkraft erhöhen.“

          Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt am Montagabend Branchenvertreter in Berlin im Kanzleramt. Deutschlands Schlüsselbranche mit fast einer Million Beschäftigten steht vor dem größten Umbruch der vergangenen Jahrzehnte – etwa bei den Themen autonomes Fahren, Dieselkrise, CO2-Steuer, Elektroautos und Klimaziele im Verkehr. Zu dem „gemeinsam getragenen Zukunftsplan“, der beim Auto-Gipfel mit Herstellern und Zulieferern entwickelt werden soll, gehört laut Altmaier auch ein verstärkter Einsatz für neue Technologien. „Wir entwickeln gerade auch eine Wasserstoffstrategie, damit wir erneuerbare Energien besser speichern und zum Beispiel auch im Verkehrssektor stärker nutzen können.“

          Ebenfalls im Gespräch seien finanzielle Hilfen für Zulieferer. „Wenn Verbrennungs- durch Elektromotoren oder Brennstoffzellen ersetzt werden und Batterien ein Drittel der Wertschöpfung ausmachen, verändert das die Zulieferketten ganz grundlegend“, sagte der Minister. „Ich sehe den Handlungsbedarf in der Zulieferindustrie und bin bereit, tätig zu werden, wenn sich das aus der Diskussion beim Autogipfel ergeben sollte.

          Auch IG-Metall-Chef Jörg Hofmann machte vor dem Gipfel Druck auf die Autobranche: „Es muss endlich entschieden werden, wie wir bei wichtigen Themen wie dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos oder bei der Batteriezellfertigung in Deutschland vorankommen“, sagte der Gewerkschafter dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er rief dazu auf, ein flächendeckendes Schnelllade-Netz zu schaffen. „Das Zielbild ist: Jedes E-Auto kann künftig in wenigen Minuten an jeder Tankstelle aufgeladen werden“, führte Hofmann aus. „Die Politik sollte die Stromnetzbetreiber verpflichten, die entsprechenden Netzanschlüsse bereitzustellen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Erstes Zeitungsinterview : AKK stellt sich vor ihre Soldaten: „Kein Generalverdacht“

          In ihrem ersten Zeitungsinterview als Verteidigungsministerin spricht Annegret Kramp-Karrenbauer über ihr Verhältnis zum Militär, über das Vermächtnis der Männer des 20. Juli und über den Lieblingspulli ihrer Teenagerzeit. Auch in kritischen Zeiten werde die Truppe ihr Vertrauen genießen.
          Freiherr von Boeselager sind humanitäre Missionen wichtiger als die prunkvollen Traditionen des Malteserordens. Deswegen ist er oft vor Ort, wie hier bei einem Schlafkrankheitspatienten im südsudanesischen Yei.

          FAZ Plus Artikel: Malteserorden : Der bescheidene Großkanzler

          Albrecht Freiherr von Boeselager führt den ehrwürdigen Malteserorden. Als Großkanzler bricht er mit der Tradition – damit der Orden besser helfen kann. Das macht ihm nicht nur Freunde.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.