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Vor Autogipfel im Kanzleramt : Altmaier will Elektro-Weltmeister werden

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BMW verschärft Elektro-Strategie

Zugleich mahnte der IG-Metall-Chef, die Arbeitnehmer dürften bei der Verkehrswende nicht auf der Strecke bleiben. Er plädierte für eine Art Transformations-Kurzarbeitergeld. „Mit diesem Instrument können die Beschäftigten in den Betrieben gehalten werden und sich zugleich für neue Tätigkeiten an neuen Produkten und Dienstleistungen qualifizieren“, erläuterte Hofmann.

Unterdessen verschärft BMW nach Informationen der F.A.Z. seine Elektrostrategie. So will der München Hersteller offenbar schon im Jahr 2023 – und damit zwei Jahre früher als bisher geplant – 25 elektrifizierte Fahrzeuge anbieten. Gleichzeitig habe BMW-Chef Harald Krüger gefordert, den Absatz der eigenen Stromautos jedes Jahr um mindestens 30 Prozent zu steigern, hieß es in Unternehmenskreisen. Ein solches Ziel gab es bisher nicht. Ein BMW-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren. Erst vor wenigen Tagen war ein Positionspapier des Konzerns bekanntgeworden, in dem Krüger von der Bundesregierung mehr Subventionen für die Elektromobilität fordert.

Die Umweltorganisation Greenpeace forderte von der Politik baldige Klarheit. Nur wenn Merkel schon heute die Weichen für abgasfreie Mobilität stelle, werde die deutsche Autoindustrie auch in 10 oder 15 Jahren ihre führende Position behaupten, sagte Verkehrsexperte Benjamin Stephan. „Alleine mit immer neuen Prämien lässt sich der massive Rückstand des Verkehrs im Klimaschutz nicht aufholen.“ Hersteller und Verbraucher bräuchten Gewissheit, dass ab Mitte der 2020er Jahre keine weiteren neuen Autos mit Verbrennungsmotoren mehr verkauft werden dürfen.

Der Verband kommunaler Unternehmen mahnte ebenfalls baldige Entscheidungen an. „Gerade im Verkehrssektor brauchen wir mehr Einsparung von Emissionen, um die Klimaziele zu erreichen“, sagte Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche. Ein wichtiges Instrument könne die Einführung eines Preises für klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) sein, der auch die Sektoren Verkehr und Wärme einschließe. Strom, Wasserstoff und grünes Gas könnten damit wettbewerbsfähig zu Öl, Diesel und Benzin werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zu dem Gipfel am Montagabend im Kanzleramt mehrere Minister, die Spitzen von Union und SPD, Manager der Autokonzerne und Gewerkschafter geladen. Dabei geht es um Veränderungen hin zu neuen Antriebsformen und computergesteuertem Fahren, mehr Klimaschutz und die Auswirkungen auf die Beschäftigten.

Dem Vernehmen nach soll das Treffen aus zwei Teilen bestehen. Im ersten Teil soll es um die Herausforderungen durch die strengen europäischen Grenzwerte gehen, im zweiten Teil um den Strukturwandel, vor dem die Branche wegen der Elektroautos steht.

Die große Koalition hatte schon im März regelmäßige Spitzentreffen angekündigt, um die Autobranche mit mehr als 800.000 Beschäftigten fit für die Zukunft zu machen. Ziel einer „Konzertierten Aktion Mobilität“ soll sein, den politischen Handlungsbedarf zu bestimmen. Bei dem Treffen im Kanzleramt soll es vorerst um einen „informellen fachlichen Austausch“ gehen, wie die Regierung vorab signalisierte.

Der CDU-Bundesvorstand berät am Montagvormittag zudem über ein Konzept zur Zukunft der Mobilität. Die Vorlage zielt auf neue Antriebsformen und einen besseren Mix von Mobilitätsangeboten. „Wir lehnen es ab, Verkehrsträger gegeneinander auszuspielen oder Verkehrsteilnehmer mittels Verboten zu bevormunden“, heißt es in dem Papier. Der Staat solle auch nicht vorgeben, ob künftig mit synthetischen Kraftstoffen, Elektro-Batterien oder Wasserstoff gefahren werde.

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