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Infrastruktur in Deutschland : Jede zehnte Brücke ist in schlechtem Zustand

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Jüngstes Beispiel für die teils marode Infrastruktur: Die Salzbachtalbrücke nahe Wiesbaden muss gesprengt werden. Bild: dpa

Das Bundesamt für Straßenwesen attestiert gut jeder zehnten Brücke in Deutschland gravierende Mängel. Die Kosten für den Straßenbau steigen derweil an – auch für Bauherren.

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          Im Netz der deutschen Bundesfernstraßen gibt es derzeit rund 40.000 Brücken. Und nicht erst seit der Flutkatastrophe steht es um viele der Bauwerke mehr schlecht als recht: Wie das statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, weist mehr als jede zehnte Brücke in Deutschland gravierende Mängel auf. In 9,9 Prozent der Fälle vergab die Bundesanstalt für Straßenwesen die Note „nicht ausreichend“, der Zustand von 1,6 Prozent der deutschen Brücken gilt sogar als „ungenügend“. Rund drei Viertel der Brücken sind demnach in befriedigendem oder ausreichendem Zustand, nur etwa 13 Prozent aller Brücken gingen als sehr gut oder gut instandgehalten durch. Alle Zahlen beziehen sich auf Stand Anfang September 2020.

          Steigende Baukosten bedrohen derweil nicht nur den Traum vom Eigenheim, auch für die Straße davor müssen Bauherren immer tiefer in die Tasche greifen. Den Zahlen des statischen Bundesamtes zufolge sind die Preise für Bauleistungen im Straßenbau in Deutschland im Jahr 2020 gegenüber 2011 um rund 29 Prozent gestiegen. Geht es um Brücken, verteuerte sich der Bau um ein knappes Viertel (rund 24 Prozent). Die Entwicklung der Preise lässt sich anhand von Baupreisindizes (siehe Grafik) verbildlichen, die sich auf die Preise von repräsentativen Projekten beziehen.

          Auch der Staat wendet immer mehr Geld für die Instandhaltung und den Ausbau von Straßen und Brücken auf. Laut statistischem Bundesamt gab der öffentliche Gesamthaushalt, bestehend aus Bund, Ländern und Gemeinden, im Jahr 2020 rund 14,2 Milliarden Euro für den Straßenbau aus, das ist ein nominaler Zuwachs von rund 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2011 (10,1 Milliarden Euro). Im gleichen Zeitraum sank der Anteil der Straßenbau-Ausgaben an den Gesamtausgaben des Staats leicht, von 0,9 Prozent im Jahr 2011 auf 0,8 Prozent im Jahr 2020.

          Aufgrund von höheren Investitionen ist dem Statisches Bundesamt zufolge der Zeitwert der Straßen in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Viertel gestiegen. Zum Jahresende 2020 belief sich das Vermögen auf rund 394,2 Milliarden Euro. Die Wertverluste infolge von starker Beanspruchung der Straßen, Alterungsprozessen und Extremwetter wie Hitze und Starkregen beziffert das statisches Bundesamt auf 14,8 Milliarden, rund 30 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Damals lag das jährliche Abschreibungsvolumen bei 11,4 Milliarden Euro.

          Die vierteljährliche Kassenstatistik des Statistischen Bundesamtes erfasst die Ausgaben und Einnahmen des Öffentlichen Gesamthaushalts in der Gliederung nach Arten sowie die Bauausgaben untergliedert nach Aufgabenbereichen. Bei den Straßenbaumaßnahmen sind Brücken- und Tunnelbaumaßnahmen enthalten. Die für etwa die Brücken vergebenen Zustandsnoten sind die Ergebnisse regelmäßig durchgeführter Bauwerksprüfungen. Ausschlaggebend sind einzelne Schäden oder Mängel, die die Prüfer hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit bewerten.

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