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Nach schweren Unfällen : Italiens unsichere Autobahnen

Die italienische Autobahn Autostrada del Sole zwischen Rom und Neapel in den 1960er Jahren Bild: akg-images / Fototeca Gilardi

Nach dem Brückeneinsturz in Genua wurden viele weitere Verfehlungen der Benetton-Autobahngesellschaft publik. Zuletzt stürzten Teile einer Tunneldecke auf die Autobahn. Verliert die Industriellenfamilie nun ihre Autobahn?

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          Italiens größter Autobahnbetreiber, Autostrade per l’Italia, kontrolliert von der Industriellenfamilie Benetton, gerät immer mehr in Schwierigkeiten. Denn die zunächst als allzu populistisch bewertete Forderung der Fünf-Sterne-Protestbewegung, den Benettons die Verwaltung ihrer 3255 Kilometer Autobahnen in Italien wegzunehmen, hat wegen neuer Nachrichten über Verfehlungen an Durchschlagskraft gewonnen. Zuletzt waren am 30. Dezember große Betonbrocken von der Decke der Autobahn A26 auf die Fahrbahn gestürzt. Diese Autobahn führt von Genua in Richtung Norden.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Schon vor einigen Wochen war diese Autobahn von Teilsperrungen betroffen, weil es Zweifel an der Stabilität einiger Brücken gab. Weil zugleich kurz vor Jahresende eine – nicht von der Benetton-Gesellschaft verwaltete – Autobahnbrücke zwischen Savona und Turin einstürzte und zudem Erdrutsche die zum Imperium von Autostrade per l’Italia gehörende Küstenautobahn bei Genua blockierten, entstand in Ligurien das Gefühl, wegen mangelhafter Infrastruktur ganz von der Welt abgeschnitten zu sein. Dabei hat die Stadt Genua die Folgen des Einsturzes der Autobahnbrücke im Sommer 2018 mit 43 Toten noch immer nicht überwunden.

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