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Inhaftierter Audi-Chef Stadler : Ein Günstling von Ferdinand

  • -Aktualisiert am

Ferdinand Piech (l.) und Rupert Stadler bei einer Hauptversammlung der Volkswagen AG im April 2012. Bild: Picture-Alliance

Rupert Stadler stieg die Karriereleiter bei Audi im Dunstkreis mächtiger Patriarchen empor – nun sitzt er in Haft. Die Schattenmänner im VW-Imperium halten ihm trotzdem noch die Treue.

          Hat Rupert Stadler mit Ferdinand Piëch nach der Razzia vorige Woche telefoniert? Vorstellbar wäre es: Der schweigsam gewordene einstige VW-Patriarch war ja immerhin der große Mentor von Stadler gewesen – insofern immer noch ein potentieller Ratgeber für schwierige Lebenslagen. Umgekehrt war die Wertschätzung erkennbar groß.

          Obwohl Stadler kein Ingenieur war, sondern an der Fachhochschule Augsburg Betriebswirtschaft studiert hatte, machte er von Piëchs Gnaden (und im Dunstkreis von Martin Winterkorn) schnell Karriere im Audi-Konzern und wurde schon mit 43 Jahren zum Chef des Autoherstellers berufen. Sein Auftrag: Audi sollte im Premiumsegment die Nummer eins werden, vor BMW und Mercedes. Das hat bekanntermaßen nicht geklappt, auch in Sachen Elektromobilität ist Audi spät dran. Aber trotz aller Rückschläge ist Audi immer noch der größte Gewinnbringer im Volkswagen-Konzern.

          Stadler hat seine „Verdienste“

          Ferdinand Piëch hat bekanntermaßen nichts mehr zu sagen in dem Wolfsburger Konzern, der über die Stuttgarter Porsche SE mehrheitlich den Familien Porsche und Piëch gehört. Seine eigenen Anteile hat er verkauft. Die Beziehung zu Rupert Stadler indes bestand auf einer persönlicheren Ebene. Sogar zum Beirat dreier Stiftungen haben Ferdinand und Ursula Piëch den Audi-Chef gemacht; Mandate, die Stadler erst voriges Frühjahr nach öffentlicher Kritik aufgab.

          Die Beziehung zur restlichen Familie ist eher professioneller Natur. Stadler habe seine Verdienste, lautet knapp die Ansicht von Wolfgang Porsche. Man lässt altgediente Top-Kräfte nicht einfach so fallen im Porsche-Piëch-Imperium. Auch Wendelin Wiedeking und Martin Winterkorn haben davon profitiert, als ihre Karrieren mit einem großen Knall zu Ende gingen. Während beispielsweise Berthold Huber als IG-Metall-Vertreter in den Aufsichtsgremien von Audi und VW schon im Jahr 2015 als scharfer Kritiker von Stadler auftrat, bekam der Audi-Chef von den Familienvertretern den Auftrag, die Diesel-Krise zu bewältigen.

          Dazu wurde er im Mai 2017 noch einmal mit einem Fünf-Jahres-Vertrag ausgestattet und versprach auf der Hauptversammlung, am Tag nach der Vertragsverlängerung: „Als Konsequenz der Diesel-Krise stellen wir bei Audi alles auf den Prüfstand.“ Im Dezember 2017 schon meldete er quasi Vollzug: Die Taskforce Diesel werde aufgelöst. Am Mittwoch wird Rupert Stadler mit seinem Strafverteidiger der Staatsanwaltschaft Rede und Antwort stehen.

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