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Infrastruktur in Italien : Lehren aus dem Unglück von Genua

  • -Aktualisiert am

Bei dem Einsturz der Brücke in Genua wurden 43 Menschen getötet - unser Bild zeigt die Sprengung der Reste im Juni 2019 Bild: dpa

Wie soll der italienische Autobahnbetreiber nach dem Einsturz der Brücke in Genua bestraft werden? Der private Betreiber hat versagt. Der Staat aber auch.

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          Wie soll der italienische Autobahnbetreiber bestraft werden, der in den Einsturz der Brücke in Genua mit 43 Toten verwickelt ist? Sollte der private Autobahnpächter „Autostrade per l’Italia“ mit Familie Benetton als Hauptaktionär nicht sofort den Betrieb seiner 3255 Kilometer Autobahn an den italienischen Staat zurückgeben?

          Diese Fragen beherrschen seit Wochen Italiens Politik. Italiens Umgang mit seiner Infrastruktur liefert viel Anschauungsmaterial vor allem dafür, wie man die Probleme nicht anpacken sollte. So versucht die Fünf-Sterne-Protestbewegung das Autobahn-Thema in einem Regionalwahlkampf zu nutzen. Parteiführer Luigi Di Maio drohte mit Entzug der Konzessionen. Schon die Ankündigung richtete beträchtlichen Vertrauensschaden an. Während Autostrade per l’Italia darauf pocht, im Fall eines Entzugs der Betriebserlaubnis vertraglichen Anspruch auf 23 Milliarden Euro Schadenersatz zu haben, kündigten Di Maio und die Fünf-Sterne-Bewegung an, die Regierung werde bestehende Verträge per Gesetz aushebeln. Solche Methoden erinnern eher an die Vorgehensweise afrikanischer Potentaten. Sie zerstören das Vertrauen von Investoren in den Standort Italien.

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