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Mindestens 231 km/h : In Bayern werden die meisten schnellen Autos zugelassen

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Ein Mitarbeiter geht am Ende der Fertigungslinie noch einmal mit einem Tuch über den letzten BMW i8. Bild: dpa

Fast 150.000 Neuwagen mit einer Höchstgeschwindigkeit von mindestens 231 Stundenkilometer wurden im Jahr 2019 in Bayern zugelassen – bundesweit der Spitzenwert. Insgesamt geben die Menschen derzeit mehr Geld für neue Autos aus.

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          In keinem anderen deutschen Bundesland wurden 2019 so viele schnelle Autos neu zugelassen wie in Bayern. Mehr als 147.000 Neuwagen fuhren mindestens 231 Stundenkilometer, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) in Flensburg hervorgeht. Das ist mehr als jede fünfte Neuzulassung des Jahres 2019 im Freistaat. Knapp 103.000 schafften sogar mindestens 241.

          Deutschlandweit nimmt Bayern damit eine dominierende Rolle ein, die allerdings ein Stück weit auch von Zulassungen der beiden großen bayerischen Premiumhersteller BMW und Audi getrieben sein dürfte. Mehr als ein Viertel aller in Deutschland neu zugelassenen Autos, die schneller als 231 fahren, bekam seine Papiere in Bayern.

          Die zweitmeisten schnellen Autos wurden in Baden-Württemberg angemeldet, das auf gut 115.000 Neuwagen mit einer Spitzengeschwindigkeit ab 231 kommt. In der höchsten vom KBA ausgewiesenen Geschwindigkeitskategorie, 251 Stundenkilometer und schneller, liegt die Heimat von Porsche und Mercedes-Benz mit 16.800 sogar vor Bayern mit 13.300.

          Durchschnittlicher Kaufpreis: 37.710 Euro

          Die Statistik zeigt auch, wie die Höchstgeschwindigkeit von Neuwagen in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Noch im Jahr 2010 lag der Anteil der Neuzulassungen, die 231 Stundenkilometer oder mehr erreichen konnten, in Bayern bei knapp 12 Prozent. Inzwischen sind es gut 20.

          Im laufenden Jahr geben Autokäufer in Deutschland zudem mehr Geld für einen durchschnittlichen Neuwagen aus. Der gemittelte Listenpreis sei im Vergleich zum Vorjahr um 8,1 Prozent auf 37.710 Euro gestiegen, heißt es in einer Studie des Center Automotive Research (CAR) Duisburg, die am Samstag vorgestellt wurde. Hinter den Zahlen verbergen sich die Markt-Trends zu Stadtgeländewagen (SUV), sogenannten Premiummarken sowie elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Alle drei Kategorien sind teurer als der Marktdurchschnitt.

          „Mitten in der Corona-Krise werden deutlich höherwertige Neuwagen verkauft“, berichtet Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer. Neben dem Wunsch vieler Konsumenten nach höherwertigen Fahrzeugen habe zudem die staatliche „Innovationsprämie“ für (teil-)elektrisch angetriebene Fahrzeuge das Geschäft stimuliert. Plug-In-Hybride und batterie-elektrische Autos haben ihren Marktanteil im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark auf knapp zehn Prozent gesteigert. Der staatliche Zuschuss von bis 9000 Euro pro Elektroauto ist beim zu Grunde liegenden Listenpreis noch nicht berücksichtigt. Auch die Marktanteile für SUVs und Luxusautos der Marken Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche legten zu.

          Das eigene Auto dürfte auch nach der Corona-Krise für viele Menschen ein bevorzugtes Verkehrsmittel bleiben, wie jüngst eine Befragung der Beratungsfirma PwC Strategy& ergab. So gaben darin etwa 31 Prozent der Befragten aus Deutschland an, nach dem Ende der Pandemie-Beschränkungen für den täglichen Weg zur Arbeit ihren privaten Pkw öfter als zuvor nutzen zu wollen. Für 45 Prozent ändert sich demnach nichts, während 24 Prozent den Wagen seltener nehmen wollen. Insgesamt wurden rund 2600 Verbraucher in Deutschland, den USA und China befragt.

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