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Automobilindustrie : IG Metall fordert Milliardenfonds für Autozulieferer

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Werden sie in zehn Jahren noch gebraucht? Zylinderkopfdichtungen der Elring Klinger AG Bild: dapd

Der Umstieg auf E-Autos wird für die Industrie teuer. Die Gewerkschaft pocht auf Hilfen in zweistelliger Milliardenhöhe. Zahlt wieder mal der Steuerzahler?

          Die IG Metall will schwächelnden Autozulieferern beim Wechsel in die Elektromobilität unter die Arme greifen. Dazu wolle die Gewerkschaft beim Auto-Gipfel Anfang kommender Woche im Kanzleramt Stützungsmaßnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe vorschlagen, bestätigte Frank Iwer, Leiter Koordinierung und politische Planung bei der IG Metall, am Dienstag. Ziel sei, nicht erst dann aktiv zu werden, wenn ein Unternehmen in Not gerate und saniert werden müsse, sondern schon im Vorfeld einzugreifen. Dazu sollten auch Investoren angelockt werden. Der Vorschlag sehe vor, dass Autohersteller und Bundesregierung kurzfristig benötigte Mittel zur Rettung von Zulieferern je zur Hälfte übernehmen, erläuterte Iwer.

          Iwer sagte der Wirtschaftswoche, es sei zudem denkbar, dass unter Koordinierung von Politik und Gewerkschaften eine Auffanggesellschaft gegründet werde, mit der marode Zulieferer zielgerichtet restrukturiert werden könnten. Für Unternehmen, die profitabel und stark genug seien, aber trotzdem nur schwer an Investitionskapital kämen oder für die Umstellung auf die Elektromobilität besonders große Summen benötigten, solle ein Transformationsfonds aufgelegt werden. Die Kredite des Fonds sollten eine Laufzeit von sechs bis acht Jahren haben und für Investoren am Kapitalmarkt attraktiv sein. „Die Bundesregierung sollte eine Basis-Verzinsung von etwa 1,5 Prozent garantieren“, sagte der Metaller.

          Weil hier aber überwiegend stabile Unternehmen finanziert würden, dürfte der Fonds eine deutlich höhere Rendite erwirtschaften und die Bundesregierung wäre dann nicht mehr in der Pflicht. Mit den Konzepten orientiere sich die IG Metall teilweise an Modellen aus dem Ausland: „Es gibt in Dänemark ein ähnliches Fondsmodell, das sehr gut funktioniert“, sagte Iwer. Vor allem mittelständische Zulieferer drohen bei dem Tempo, das einige Autobauer beim Wechsel von der Verbrennungstechnologie in die E-Mobilität vorlegen, an den Rand gedrängt zu werden. Dadurch drohen Zehntausende Arbeitsplätze wegzufallen.

          Die IG Metall habe die Vorschläge in den vergangenen Monaten mit Kanzleramt, Wirtschaftsministerium, Fondsmanagern und Insolvenzverwaltern beraten. Man kenne die Forderungen der Gewerkschaft, zitierte das Magazin eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums. Das Ministerium mache sich diese „aber aktuell nicht zu eigen“. Auch die Autohersteller hätten Interesse gezeigt. Ein Sprecher des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) sagte, wichtigster Punkt der Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel sei aus Sicht der Industrie der Aufbau der Infrastruktur für die Elektromobilität.

          Autobauer und Bundesländer mit Sitz großer Autokonzerne dringen darauf, dass die Bundesregierung Mittel für den Aufbau eines flächendeckenden Netzes an E-Tankstellen freigibt. Aus Sicht der Branche ist das lückenhafte Ladenetz ein wesentliches Hindernis dafür, dass E-Autos in größerer Stückzahl gekauft werden. Die Hersteller - allen voran Volkswagen - wollen die Produktion von batteriegetriebenen Wagen möglichst rasch hochfahren, um die schärferen Klimavorgaben in Europa zu erfüllen. Sonst drohen ihnen empfindliche Strafen.

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