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Hohe Diebstahl-Gefahr : E-Scooter absichern ist gar nicht so leicht

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E-Scooter von verschiedenen Hersteller stehen in einem Verkaufsraum. Durch die kleinen Reifen ist es oftmals kompliziert, sie abzuschließen. Bild: dpa

E-Scooter sind bequem, doch sie lassen sich nur schwer abschließen. Passende Schlösser sind selten. Haben Kriminelle künftig leichtes Spiel?

          Der sich abzeichnende E-Scooter-Trend stellt Hersteller von Schlössern zum Schutz vor Diebstahl vor Herausforderungen. Für den Fahrradschloss-Hersteller Abus ist vor allem die Bauform der elektrischen Tretroller problematisch: „Es ist nicht einfach, diese gegen Diebstahlversuche abzusichern“, sagte ein Unternehmenssprecher.

          E-Scooter haben beispielsweise kleinere Reifen als Fahrräder und die Lenkstange ist in der Regel nach oben offen. Ob hier zukünftig ein neuer Markt entstehe, sei schwer abzusehen. In einer so jungen Branche lasse sich noch keine mittel- oder langfristige Prognose stellen. Ein ADAC-Sprecher erläutert zudem, dass es bislang nur wenige Schlösser gebe, die auf die Diebstahlsicherung von E-Scootern spezialisiert sind.

          Ach das irische Sicherheitsunternehmen Allegion bietet derzeit noch keine Schlösser speziell für E-Scooter an, wie ein Sprecher mitteilte. Man arbeite allerdings an entsprechenden Lösungen. Das könnten etwa elektronische Schlösser sein sowie Möglichkeiten, die Roller per GPS zu orten. Zu Allegion gehören unter anderem die Marken AXA, Trelock oder Kryptonite.

          Diese Schloss-Typen sind sinnvoll

          Wer sein Gefährt unterwegs anschließen möchte, kann teilweise auf altbewährte Fahrrad-Schlösser zurückgreifen. Sinnvoll könnten dem ADAC zufolge sogenannte Handschellen-Schlösser sein. Sie bestehen aus zwei abschließbaren Ringen, die über eine Kette verbunden sind. Je nach Modell böten sich außerdem ausziehbare Stahlkabel mit Zahlenschloss, Bremsscheibenschlösser mit Stahldraht oder Diebstahlsicherungen in O-Form an, erläutert der Deutsche Verkehrssicherheitsrat. 

          E-Scooter-Hersteller wie BMW oder Brake Force One empfehlen, die Roller am vorderen Rahmen oder am Klapp-Mechanismus abzusperren. Nach Angaben des Bremsen- und Rollerherstellers Brake Force One gibt es für manche Modelle auch die Möglichkeit, sie per App zu verfolgen. Das Tracking sichere den E-Scooter zwar nicht, zeige jedoch an, wo er sich befinde.

          Verleih-Dienste starten in weiteren Städten 

          Für die E-Scooter von Leih-Anbietern stellt sich die Frage nach dem Schloss nicht. Sie werden in der Regel per App ver- und entriegelt. Zudem werden sie ständig per GPS geortet und größtenteils Abends eingesammelt. Derweil können in immer mehr Städten elektrische Tretroller gemietet werden. So hat der amerikanische Hersteller Lime, dessen Roller seit Anfang der Woche in Berlin ausgeliehen werden können, angekündigt, Roller ab Freitag auch in Köln und Hamburg zur Verfügung stellen zu wollen. Weitere Städte sollen in den nächsten Tagen folgen. 

          Das Berliner Unternehmen Tier Mobility, das zuletzt den ehemaligen Formel 1-Weltmeister Nico Rosberg als Investor gewinnen konnte, hat unterdessen am Freitag eine Kooperation mit dem Autoverleiher Sixt bekannt gegeben. In Zukunft sollen die Roller nicht nur über die eigene, sondern auch über die Sixt-App gefunden und gebucht werden können. Aktuell gibt es Tier-Roller nur in Berlin. Ab Samstag soll das Angebot auch auf Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Bonn und Münster ausgeweitet werden. 

          Im Vorfeld wurde viel über E-Scooter und deren potentielle Gefahr für den Straßenverkehr diskutiert. Ob es durch die Roller mehr Unfälle gibt, wird sich wohl erst in den kommenden Wochen zeigen. Doch in Berlin leisten sie schon der Polizei gute Dienste. Ein Beamter hatte dort zwei Diebe zu verfolgen - und lieh sich prompt den Mietroller eines Passanten, wie die Polizei am Freitag twitterte. Die Diebe hätten versucht, mit gestohlener Kleidung zu entkommen. Der Polizist auf dem ausgeliehenen E-Scooter habe aber einen von ihnen gestellt und festgenommen.

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