https://www.faz.net/-gqe-8l5lv

VW-Abgasaffäre : Hat Bosch die Betrugssoftware mitentwickelt?

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Im Abgas-Skandal von Volkswagen kommt der mitangeklagte Zulieferer Bosch weiter unter Druck. Es gibt neue Hinweise auf eine tiefe Verwicklung in die Betrugsaffäre.

          1 Min.

          Der Autozulieferer Bosch gerät im  VW-Abgasskandal immer mehr unter Druck. Laut Medienberichten gibt es neue Hinweise darauf, dass das Unternehmen massiv in den Betrugsaffäre verwickelt ist. Das Stuttgarter Unternehmen habe über Jahre die Software mitentwickelt, die die Manipulationen ermöglicht hat, berichteten am Dienstagabend NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“. Dem Zulieferer sei dabei klar gewesen, dass die entwickelte Abschalteinrichtung in Amerika verboten sei.

          Die Medien berufen sich auf eine in den Vereinigten Staaten vorliegende Klageschrift von VW-Kunden gegen Bosch. In ihr seien bislang wesentliche Stellen zu Bosch geschwärzt gewesen. Diese Schwärzungen seien nun aufgehoben worden, wodurch ein Brief vom Juni 2008 bekannt geworden sei. Darin fordere Bosch vom VW-Konzern, ihn von einer Haftung freizustellen.

          Bosch weist den Berichten zufolge in dem Schreiben ausdrücklich darauf hin, dass die Verwendung einer Abschaltfunktion bei Abgastests in Amerika verboten sei. Denn die „geforderte Weiterentwicklung“ der Motorsteuerung werde dazu führen, „dass Daten möglicherweise als defeat device (Betrugssoftware) eingesetzt werden“. Zudem warne der Zulieferer, dass die damit ausgestatteten Fahrzeuge durch die Software ihre Betriebserlaubnis verlieren könnten.

          Bosch schweigt

          Bosch erklärte den Angaben zufolge auf Anfrage, dass sich das Unternehmen grundsätzlich nicht zu laufenden Untersuchungen äußere. Es werde an einer Klageerwiderung gearbeitet. In der Vergangenheit hatte der Konzern erklärt, die Verantwortung für die Software liege bei VW.

          VW hatte vor einem Jahr eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben. Diese drückt über eine Abschaltfunktion den Schadstoffausstoß bei Abgastests.

          Mittlerweile hat sich VW mit den amerikanischen Klägern - dazu zählen Fahrzeugbesitzer sowie Autohändler, Behörden und Generalstaatsanwälte - beim größten Teil der betroffenen Wagen auf einen Vergleich in Höhe von bis zu 15,3 Milliarden Dollar (derzeit 13,5 Mrd Euro) geeinigt. Bosch ist Beklagter in dem gleichen Verfahren, hat aber bislang kein Schuldgeständnis abgegeben und sich nicht an dem außergerichtlichen Kompromiss beteiligt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Dirk Müller, Marc Friedrich und Matthias Weik (v.l.n.r.)

          Max Otte & Co. : Die Promi-Fonds im Crash-Test

          Crash-Propheten oder Medienstars wie Dirk Müller, Max Otte & Co. nutzen ihre Bekanntheit, um mit Fonds Millionen einzusammeln. Wie stark hat sie der Corona-Crash getroffen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.