https://www.faz.net/-gqe-9w544

Umwelthilfe kontert CSU : Grüne streiten über Tempolimit-Ausnahmen für Elektroautos

  • Aktualisiert am

Zwei Tesla-Autos des Model X in Berlin Bild: Reuters

Ein Grünen-Politiker schlägt Tempolimit-Ausnahmen für Elektroautos vor. Direkt gibt es Widerspruch aus den eigenen Reihen. Die Umwelthilfe kontert derweil die CSU mit einer anderen Kampagne.

          1 Min.

          Die Grünen sind sich uneins über ihre Position zum Tempolimit. Der Digitalpolitiker der Partei Dieter Janecek hält Ausnahmen für Elektroautos für denkbar. Der Fraktionsvize der Partei im Bundestag, Oliver Krischer, wies den Vorschlag am Dienstag jedoch umgehend zurück.

          „Ein Tempolimit ist vor allem zu Tageszeiten mit hoher Verkehrsdichte zwingend, da es nachweislich die Verkehrssicherheit verbessert und klimaschädliches Benzin spart“, sagte Janecek der „Augsburger Allgemeinen“. „Warum aber in Zukunft nicht darüber nachdenken, zum Beispiel zu Nachtzeiten mit wenig Verkehr Ausnahmen zu gewähren für klimafreundliche Fortbewegungsmittel wie E-Autos, die mit erneuerbarem Überschussstrom fahren?“

          Krischer wies die Aussagen zurück: „Als Grüne sind wir für ein Tempolimit ohne Ausnahmen“, sagte er am Dienstag in Berlin. „Egal ob Verbrenner, Stromer oder Wasserstoffauto – eine Höchstgeschwindigkeit sollte aus Sicherheitsgründen für alle gelten. Vorteile für umweltfreundliche Autos sind beim Parkraum oder bei der Kfz-Steuer sinnvoller.“

          Die Diskussion über ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen hat seit kurzem wieder Fahrt ausgenommen, weil der ADAC nicht mehr grundsätzlich gegen eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung ist. Die Grünen waren im Oktober mit einem Antrag auf Einführung von Tempo 130 im Bundestag gescheitert. In der Koalition von CDU, CSU und SPD ist ein Tempolimit umstritten. Die SPD ist dafür, die Union in weiten Teilen dagegen.

          Die CSU hatte vor wenigen Tagen unter der Überschrift „Tempolimit? NEIN Danke!“ eine Internetkampagne gegen ein Tempolimit gestartet. Wie Generalsekretär Markus Blume der „Augsburger Allgemeinen“ sagte, trugen sich bis Montag schon mehr als 62.000 Unterstützer auf der Kampagnenseite der CSU ein.

          Die Kampagne wird nun von der Deutschen Umwelthilfe gekontert. „Tempolimit? JA Bitte!“, heißt es nun auf der Seite der Umwelthilfe. Damit können Bürger die Forderung nach einer generellen Geschwindigkeitsbeschränkung von 120 Kilometern je Stunde unterstützen, wie die Umwelthilfe am Dienstag in Berlin mitteilte. Keine andere Einzelmaßnahme im Verkehr habe ein so hohes Klimaschutzpotenzial und könne so kurzfristig und kostengünstig umgesetzt werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Impfen gegen Corona : „Das wird noch einige Jahre dauern, fürchte ich“

          Bis zu 1,4 Milliarden Impfdosen will Biontec bis Ende 2021 herstellen. Aber wie lange dauert es, bis die Menschheit geimpft ist? Aufsichtsratschef Helmut Jeggle spricht im Interview über den Corona-Impfstoff seiner Firma und den Hype, den dieser an der Börse ausgelöst hat.
          Der größte kollektive Wert, den Städte in Zukunft produzieren, sind Daten, sagt Francesca Bria. Sie sind Milliarden wert; wer sie besitzt, regiert.

          Francesca Bria im Interview : Holt euch eure Daten zurück!

          Francesca Bria gehört zu den wichtigsten Vordenkerinnen des Digitalzeitalters. Sie berät die Europäische Union und die Vereinten Nationen. Hier stellt sie ihren Plan für eine neue Stadt- und Gesellschaftspolitik vor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.