https://www.faz.net/-gqe-a3t7t

Aus für Verbrennungsmotor : Grüne loben Söder

  • Aktualisiert am

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern Bild: dpa

Es ist ein Ereignis, so selten wie eine Mondfinsternis: Jetzt aber loben Grüne, Umweltbundesamt und Greenpeace den bayerischen Ministerpräsidenten einmütig. Söder hatte sich zuvor für ein Ende herkömmlicher Verbrennungsmotoren bis 2035 ausgesprochen.

          1 Min.

          CSU-Chef Markus Söder bekommt von den Grünen, der Umweltschutzorganisation Greenpeace und dem Umweltbundesamt Zuspruch für seine Forderung, ab dem Jahr 2035 keine Autos mit Verbrennermotor mehr in Deutschland zuzulassen. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, „ein Verbot von Neuzulassungen für Diesel und Benziner ab 2035 halte ich für eine gute Idee.“

          Söder hatte auf dem virtuellen CSU-Parteitag am Samstag gesagt: „Ich bin sehr dafür, dass wir uns ein Enddatum setzen, ab dem Zeitpunkt, an dem fossile Verbrenner mit fossilen Kraftstoffen nicht mehr neu zugelassen werden können.“ Das in Kalifornien festgelegte Jahr 2035 nannte Söder dabei „ein sehr gutes Datum“.

          „Die Verkehrswende ist auf dem Durchmarsch“

          Der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Oliver Krischer erklärte, „das ist ein Erkenntnisgewinn, den wir kaum mehr erwartet hätten.“ Er hoffe aber, es handle sich nicht um eine von Söders „Shownummern, denn es ist absurd, das Ende des Verbrennungsmotors, aber gleichzeitig noch Kaufprämien für neue zu fordern.“ Söder macht sich bisher stark dafür, mit Kaufprämien den Absatz von Benzinern und Dieselautos zu stärken.

          Greenpeace-Verkehrsexpertin Marion Tiemann erklärte, „wenn selbst der Vorsitzende des christsozialen Verbrenner-Fanblocks ein Enddatum für Diesel und Benziner fordert, dann ist die Verkehrswende auf dem Durchmarsch“.

          Mit seinem Vorhaben steht Kalifornien übrigens nicht allein da. In den vergangenen Jahren hat etwa ein Dutzend Staaten angekündigt, den Verkauf von Neufahrzeugen mit Verbrennungsmotor in mehr oder weniger naher Zukunft verbieten zu wollen. Zudem gibt es zahlreiche Großstädte, die künftig Autos die Einfahrt verwehren wollen, die mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden. Hintergrund ist das Bekenntnis der Staaten zum Pariser Klimaabkommen, das vorsieht, die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Den Städten geht es zudem darum, die Luftverschmutzung zu verringern. Schweden will den Verkauf von Verbrennern vom Jahr 2030 an verbieten. Großbritannien hat sich den gleichen Schritt für das Jahr 2035 vorgenommen. Und Frankreich peilt als Ausstiegsdatum das Jahr 2040 an.

          In Deutschland haben bisher nur die Grünen ein bundesweites Neuzulassungsverbot für Verbrennungsmotoren gefordert. Im Programm zur Bundestagswahl im Jahr 2017 legten sie damals das Jahr 2030 als Ausstiegsdatum fest. Zuletzt gab auch Berlins grüne Verkehrssenatorin, Regine Günther, bekannt, Benziner und Diesel vom Jahr 2030 an aus der Hauptstadt verbannen zu wollen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Vorsitz, spricht mit Journalisten.

          CDU-Parteitag : Merz: „Verlegung hat mit Corona wenig zu tun“

          Die Vermutung, dass „andere Erwägungen“ hinter der Absage des Parteitags stecken, liegt für Friedrich Merz auf der Hand. Auf die Frage, ob er nicht selbst zum Establishment der CDU gehöre, gab er am Abend eine eindeutige Antwort.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.