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Streiks drohen : Große Lufthansa-Schlichtung im dritten Anlauf gescheitert

Streikende Lufthansa-Mitarbeiter. Bild: dpa

Die Fluggesellschaft und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo konnten sich offenbar nicht auf ein Schlichtungsprozedere einigen. Damit drohen nun auch wieder Streiks.

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          Zwischen der Deutschen Lufthansa und der Flugbegleitergewerkschaft Ufo ist am Donnerstag auch der dritte Anlauf für eine große Schlichtung gescheitert. Wie die F.A.Z. aus Verhandlungskreisen erfuhr, konnten sich die Beteiligten nicht auf ein Prozedere zur Behandlung von Tariffragen und anderen Streitthemen einigen – trotz der Moderatorin durch den SPD-Politiker Matthias Platzeck und den früheren Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank Jürgen Weise.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ufo soll gewünscht haben, dass eine Mediation zu außertariflichen Punkten – darunter Rechtsstreitigkeiten zwischen dem Konzern und der Gewerkschaft sowie Fragen des Umgangs miteinander – einer großen Schlichtung vorgeschaltet wird. Lufthansa soll wiederum abgelehnt haben, dass eine große Schlichtung zu vielfältigen Tariffragen komplett vom Ausgang der Mediation abhängen kann. Der Konzern hatte sich zu Wochenbeginn zwar zu einer von Ufo geforderten Mediation bereit erklärt. „Allerdings muss eine solche Mediation dann verbindlich den Beginn einer großen Schlichtung ermöglichen“, hatte Personalvorstand Michael Niggemann hinzugefügt.

          Mit dem Abbruch der Gespräche drohen nun neue Streiks bei allen deutschen Flugbetrieben des Konzerns. Denn vorerst ist nur eine kleine Schlichtung zu einigen Tariffragen aus dem vergangenen Jahr für die Kernmarke Lufthansa vereinbart – dazu zählen Spesen, Zulagen für Kabinenchefs und Regelungen für Beschäftigte mit saisonal schwankenden Arbeitszeiten. Schon zur Ufo-Forderung über die Gehaltshöhe seit dem 1. Januar gibt es für die Kernmarke Lufthansa keine neue Vereinbarung. Eine Ufo-Forderung für die Zeit bis 31. Dezember hatte Lufthansa durch die einseitige Zusage einer Erhöhung um 2 Prozent faktisch erfüllt.

          Ob nun bald der nächste Streikaufruf ansteht, ließ Ufo am Donnerstagabend offen: „Wir müssen uns nun rechtlich intensiv abstimmen.“ Man werde „so schnell es geht“ über das weitere Vorgehen informieren. Zu den Gründen des Scheiterns der Gespräche hielt sich Ufo zunächst bedeckt.

          Lufthansa machte derweil die Gewerkschaft dafür verantwortlich, dass es vorerst zu keiner großen Schlichtung kommt. „Die Weigerung der Ufo ist enttäuschend und verhindert Lösungen und den damit verbundenen Frieden im Sinne unserer 22 000 Mitarbeiter“, sagte Vorstand Niggemann. Enttäuschend sei das umso mehr, weil „beide Parteien davon ausgehen, dass die tariflichen Themen schnell lösbar sind“.

          Ufo und Lufthansa liegen schon lange im Clinch. Dabei geht es nicht nur um diverse Tarifthemen, zwischenzeitlich stand auch die Rolle von Ufo als Gewerkschaft aus Konzernsicht zur Disposition. Die Gewerkschaft beklagt sich zudem über den Umgang in der Vergangenheit. Sie verlangt von der Lufthansa eine Aufarbeitung des Dauerkonflikts und eine Rücknahme von Klagen, die Lufthansa vorerst nur ruhen lassen will. Zudem hatte der Konzern dem früheren Ufo-Vorsitzenden Nicoley Baublies, der heute als Berater des Ufo-Vorstands fungiert, gekündigt.

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