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Bekannte Messe : Genfer Autosalon wegen Coronavirus abgesagt

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Wird wohl unfertig bleiben: Verhüllte Autos stehen in Vorbereitungen für den 90. Genfer Autosalon (GIMS) im Palexpo. Bild: dpa

Erst traf es die größte Mobilfunkmesse der Welt, nun fällt auch der bekannte Genfer Autosalon aus: Angesichts der hohen Ansteckungsgefahr lässt das Coronavirus zahlreiche Messen ausfallen. Die Wirtschaft wirbt um staatliche Unterstützung.

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          Angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ist der Genfer Autosalon abgesagt worden. Die bekannte internationale Fahrzeugmesse entfalle in diesem Jahr, teilten die örtlichen Behörden am Freitag mit. Die Eröffnung des Autosalons war für kommenden Donnerstag vorgesehen. Die Entscheidung wurde von Antonio Hodgers, Regierungschef des Kantons Genf, im Kurzbotschaftendienst Twitter verkündet. Kurz darauf bestätigte auch die Messeleitung selbst die Absage. Zuvor hatte die Schweizer Regierung Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern untersagt. Zu dem Frühjahrstreffen der Autobranche in Europa waren 600.000 Besucher erwartet worden.

          Auch eine Absage der Internationalen Tourismusmesse ITB in Berlin steht im Raum. Die weltgrößte Reisemesse soll am kommenden Mittwoch beginnen. Die Messe Berlin will bis Freitagabend bekanntgeben, ob sie wie geplant stattfinden kann. Derzeit stimme man sich mit Bundes- und Landesbehörden zum weiteren Vorgehen ab. Wegen des Virus haben die Veranstalter schon die Erwartungen heruntergeschraubt und rechnen mit weniger Besuchern als im Vorjahr als es 160.000 waren.

          Der deutsche Maschinenbauverband VDMA fordert eine rasche Umsetzung der von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Hilfsmaßnahmen gegen die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie. Angesichts der sich verschärfenden Situation brauchen die Unternehmen neben der Möglichkeit zu Kurzarbeit auch Liquidität zur Überbrückung möglicher Finanzengpässe aufgrund von Produktionsausfällen, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.

          Rasch helfen könnte etwa die staatliche Förderbank KfW. „Die Industrie in Deutschland steht angesichts einer schwachen Weltkonjunktur und anderer Belastungen ohnehin unter enormen Druck. Das Corona-Virus ist nun ein zusätzlicher, aber aktuell kaum kalkulierbarer temporärer Belastungsfaktor.“

          Unternehmen erhalten Kurzarbeitergeld

          Die Bundesagentur für Arbeit (BA) springt auch bei Produktionsausfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus mit Kurzarbeitergeld ein. Dies betreffe vor allem Unternehmen in Deutschland mit Lieferketten von und nach Asien, sagte BA-Chef Detlef Scheele in Nürnberg. Bisher habe deswegen noch kein Unternehmen Kurzarbeit angemeldet, es gebe lediglich Anfragen. Die BA könne auch das Ausmaß
          möglicher Kurzarbeit in diesem Zusammenhang nicht einschätzen: „Wir wissen wirklich nicht, wieviel.“

          Auch der weltgrößte Chemiekonzern, BASF aus dem pfälzischen Ludwigshafen, rechnet mit Belastungen wegen des Virus. „In diesem Jahr erleben wir bereits in den ersten beiden Monaten eine hohe Unsicherheit in der Weltwirtschaft“, sagte Vorstandschef Martin Brudermüller bei der Vorlage der Jahreszahlen am Freitag in Ludwigshafen. Mit dem Coronavirus sei ein neuer Faktor hinzugekommen, der das Wachstum am Jahresanfang vor allem in China erheblich belaste.

          Eine geringere Nachfrage und Produktionsausfälle in vielen Branchen seien Folgen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus, sagte der BASF-Chef weiter. So blieben viele Fabriken in China über das Neujahrsfest hinaus geschlossen oder produzierten in geringerem Umfang. Vor allem im ersten und zweiten Quartal rechnet die BASF mit negativen Effekten. Zudem erwarte er nicht, „dass die Corona-Effekte im Jahresverlauf vollständig ausgeglichen werden können“, fügte Brudermüller hinzu.

          Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat indes betont, dass er gegen Einnahmeausfälle durch mögliche Spielabsagen versichert sei. Der Aktienkurs des im S-Dax der kleineren Unternehmen notierten Vereins war am Morgen um mehr als sieben Prozent gefallen, während auch der wichtigste deutsche Aktienindex Dax wegen der Sorge um die Ausbreitung des Coronavirus um mehr als fünf Prozent ins Minus gerutscht war. Am Mittag betrug das Minus noch 3,7 Prozent

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