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GDL-Chef übt Bahn-Kritik : „Steuermilliarden werden versenkt“

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GDL-Chef Claus Weselsky übt deutliche Kritik an der Deutschen Bahn und fordert Konsequenzen. Bild: dpa

Die Lokführer-Gewerkschaft GDL fordert mit deutlichen Worten die Entlassung von Bahn-Vorstand Huber im Zuge der Berateraffäre. Verlangt wird auch ein grundlegender Umbau des Konzerns.

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          In der Affäre um fragwürdige Beraterverträge bei der Deutschen Bahn fordert die Gewerkschaft GDL, das Vorstandsmitglied Berthold Huber abzuberufen. Dieser habe Beraterverträge wissentlich am Aufsichtsrat vorbei geschlossen, sagte Claus Weselsky, der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Freitag in Berlin. Weselsky verlangte auch einen grundlegenden Umbau des Staatskonzerns und einen Untersuchungsausschuss des Bundestags.

          Nicht nur bei Beraterverträgen, auch bei Pensionszusagen für Führungskräfte gebe es Auffälligkeiten, ergänzte der Gewerkschafter. „Da frage ich mich, ob das den Menschen draußen alles egal ist, dass Steuermilliarden in ein System versenkt werden, dass sich selbst bedient.“

          Nachdem der internen Revision Beraterverträge mit ehemaligen Vorständen aufgefallen waren, hatte der Konzern-Aufsichtsrat Verträge aus den Jahren 2010 bis 2018 durch die Gesellschaft EY überprüfen lassen. Aus Sicht der Gewerkschaft betraf das aber nur die Spitze des Eisbergs. Weitere Beraterverträge gebe es für Geschäftsführer und Vorstände von Tochtergesellschaften. Auf die Frage nach Belegen dafür sagte Weselsky: „Das ist bekannt, die Belege haben wir nicht.“

          Hintergrund ist eine Auseinandersetzung im Aufsichtsrat des Konzerns. Das GDL-Mitglied Mario Reiß soll ausgeschlossen werden, wie Weselsky erklärte. Reiß werde vorgeworfen, eine Aufsichtsratsunterlage an einen Journalisten weitergegeben zu haben. Weselsky widersprach dem. In Aufsichtsratskreisen wurde darauf verwiesen, dass ein Auszug aus der Langfassung des EY-Berichts mit Reiß’ Wasserzeichen in der Online-Ausgabe des „Handelsblatts“ zu sehen gewesen sei. Eine Verletzung von Geheimhaltungspflichten sei strafbar und müsse untersucht werden.

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